Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543081--1422-2545133- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 199 fo viel Begeisterung fände, wie hier: der Lehrkörper der Muster-, und der der Normalschnle haben beschlossen, diesem Institute beizutreten. Nächstens Mehreres darüber. Samstag nach Purim findet zu Gunsten der israel. Präparanden im deutschen Theater eine Vorstellung unter Mitwirkung des Komikers Weiß statt. Wir können nicht umhin, dem Hrn. A. Lederer für diese Energie unsere Anerkennung auszusprechen. Pveßburg, 14. März. Ich habe diesmal einige für unser Gemeindeleben sehr wichtige Notizen zu registriren. Die hieflge israel. Gemeindeschule hat das Oeffentlichkeitsrecht erhalten. In Folge dessen find die an dieser Schule angestellten Lehrer, da sie im Amte bestätigt wurden, von der h. Statthalterei mit Anstellungs-Dekreten versehen worden. Der Schule wurden auch zwei Unterrealklaffen bewilligt. Auch hat der hiesige Kultusvorstand im Laufe d. M. ein sehr großes, in der Mitte der Judengaffe befindliches Haus angekaust, wohin die Gemeindeschule nächstens verlegt werden wird. Hoffen wir, daß sich das Schulwesen im ganzen Kronlande vortheilhaster gestalten, und das Loos des jüdischen Lehrers in Zukunft ein besseres werden wird. Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns einige Worte in Betreff des jüdischen Lehrer-Pensionsfoudes. Manche mit Dekret angestellte Lehrer bedenken sich, dem in Rede stehenden Vereine beizutreten, rechnend und hoffend, daß ihre Zukunft gesichert ist. Wir geben gerne zu, daß ein solcher Lehrer berechtigt ist, eine Pension zn hoffen. Ist aber eine solche anzuhoffende Penstou so groß, daß er dem Alter so ganz und gar ruhig und getrost entgegensehen kann? Ist ein Dritttheil oder die Hälfte einer solchen Pension hinreichend, einen kranken, oft mit zahlreicher Familie gesegneten Lehrer mit Bvod 'zu versehen? Weiß er dadurch die ihn überlebende Witwe und Waisen versorgt? Nein und abermals nein!! Gesund, muß der Lehrer vom frühen Morgen bis in den späten Abend in der Schnle und privat unterrichten, um seine Bedürfnisse zu befriedigen und dem alten und kranken Familienvater soll die Hälfte seines Gehaltes genug sein können? Wir hoffen, daß die Herren Kollegen diesen Umstand bedenken und nicht anstehen werden, einem Vereine beizutreten, wodurch sie sich selbst und Andern Wohlthun können. Aeußerungen Böswilliger will ich unberückfichtigt lassen. Am 4. d. M. fand hier in der Synagoge aus Anlaß des Atlerh. Gnadenaktes eine Dankseier statt, bei welcher Gelegenheit der hiesige Rabbiner beherzigenswerthe Worte sprach. Anknüpfend an die Tertstelle 1. M. 26 , 22. ermahnte er die Gemeindeglieder, sich nicht hervorzudrängen, sondern stets bestrebt zu sein, den Frieden zu fördern; ein Jeder sei דבר שללם לכל זרעו bemüht, den Frieden auch unfern Nachkommen zu erhalten. Bei Gelegenheit der am 29. Februar in der Primär-Hauptschnle abgehaltenen Semestral-Prüsung wurde die von Dr. Frankl im Ben Chan, mitgetheilte Zionide deklamirt, und sowol Dichtung als Vortrag gefielen sehr. Den MM