Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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198 — Seite zu bedürfen. Denn so oft etwas für das allgemeine Beste geschieht, halten wir nicht blos die Vorstandsmitglieder, sondern in einem noch weit höheren Grade die Gemeinde selbst in ihrer Gesammtheit des Lobes und der Anerkennung würdig! © Pesth, im März. Se. Majestät der Kaiser geruhten dem Hrn. Oberrabb. vr. Meisel, dem Wortführer der aus 28 Individuen bestandenen Deputation der hiesigen israel. Gemeinde, mündlich den Auftrag zu ertheilen: Er möge den Mitgliedern seiner Gemeinde sagen, daß die Kundmachungen, welche die Besitzsähigkeit der Israeliten aussprechen, ein reiner Ausfluß seines kaiserl. Willens sind; ferner, daß deren Loyalität der höchsten Anerkennung sich erfreut, und daß sie fürder bestrebt sein mögen, sich der bürgerl. Rechte würdig zu zeigen. Am Abend nach der Audienz wurde zu Ehren der Deputation in den Lokalitäten des jüdischen Gastgebers Weinberger ein Bankett veranstaltet, woran mehrere der angesehensten Israeliten Wien's theilnahmen, und während dessen die Pesther und Wiener mehrere Tausend Gulden zu verschiedenen wohlthätigen Zwecken für Pesth und Wien subskribirten. Während der Abwesenheit des Hrn. Oberrabb. von hier, sollen hierorts einige jüdische Ehen geschloffen worden sein, die derselbe, weil hiebei die vorgeschriebenen Trauungsformalitäten nicht beobachtet wurden , von der Kanzel herab für ungiltig, nnd die aus denselben hervorgehenden Kinder für unehelich erklärte!! Der Schluß des Winterkurses hat an der Normalschule sehr schöne Erfolge gefeiert, und war geeignet, selbst die kühnsten Erwartungen nicht zu täuschen, namentlich sind die Leistungen der obern Klaffen: 4 A) und 4 B), was hebräische und ungarische Sprachkenntniß, Arithmetik, Realien- und Handelswiffenschasten betrifft, ausgezeichnet zu nennen. Endlich ist es gelungen, dem Kantor, der jeden Samstag den Gottesdienst der Normal-Schuljugend leitet, einen Ornat zu verschaffen. Hr. I. Reich begann mit der Spende der Kappe, und Hr. B. Stern machte unter Andern zu Gunsten der Normalschule gemachten Spenden im Betrage von beiläufig 20 fl. österr. W. mit der des Mantels dem streitigen Punkte ein Ende. Die erste Berathung wegen des Zustandekommens des von Hrn. I. Reich angeregten Unterstützungs-Vereines für mittellose jüdische Studirende hat bereits stattgefunden, und scheint das Ergebniß der Realiflrung nicht hinderlich zu sein. Wie ich höre, schließen sich viele ״Vornehme" diesem Vereine an. Nebst der Normal- und Musterschule besteht hier noch eine andere öffentliche jüdische Lehranstalt, das ist die Töchterschule der Frau Charlotte Naschitz. Wahrlich, wenn die jüdischen Eltern hier und auf dem Lande den religiösen Geist und die Leistungen dieser Lehr- und Erziehungsanstalt kennten, so käme die Instituts-Vorsteherin in Verlegenheit, eine Lokalität ausfindig zu machen, die Raum genug hätte, die Anzahl der Schülerinnen zu fassen. Der in Ihrer geschätzten Monatschrist augeregte Lehrer-PensionSfond, für dessen Nothwendigkeit und wohlthätige Folgen nur Engherzige kein Gefühl haben, müßte bald in Wirksamkeit treten, wenn er auch anderer Orten