Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543081--1420-2545131- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 197 Sprüche der Väter u. s. w. eingeübt, und überhaupt das ganze Gebetbuch liturgisch erklärt. Die Bibelstunden können nun getheilt, u. z. einerseits zur Wiederholung des Pentateuchs und Erläuterung dunkler Stellen in demselben, und andererseits zur Fortsetzung der Bibel, wozu natürlich auch übersetzte Bücher von großem Vortheile wären, benützt werden. — In dieser Klaffe ist eine vollständige deutsch-hebr. Grammatik nebst stilistischeu Uebungen am Platze. Lorrespondmz. o Pesth, im März. Es ist doch gar so augenscheinlich, daß es dem Referenten aus Pesth im 3. H. Ihrer geschätzten Monatschr. schwer fiel, die ״in letzter Zeit in den öffentlichen, den jüdischen Interessen gewidmeten Blättern zur stehenden Rubrik gewordenen" Angriffe gegen den Vorstand der hieflgen Gemeinde zu widerlegen. Um diesen Vorwurf zurückzuweisen, bleibt ihm kein anderes Mittel übrig, als unsere, aus mehr denn 25,000 Seelen bestehende Gemeinde in Bausch und Bogen der Geistesarmnth zu zeihen. Ist ein solches Vorgehen der Sache, für die er eine Lanze einlegt, dienlich? Ich glaube, nein! Wäre es wirklich so arg, wie es der Res. darstellt, dann wäre noch immer ein Gemeindevorstand wie der gegenwärtige, für die erste Kommune Ungarns unstatthaft; dann müßte man sich einen Vorstand aus der Fremde verschaffen. Allein, Gott sei Dank, es ist in Pesth noch nicht so traurig und trostlos, wie es der Vertheidiger des Vorstandes in seinem Eifer darzuthun sucht. Findet sich auch nicht häufig Intelligenz und Reichthum beisammen, so kann-doch eben durch die Vereinigung beider Elemente viel Ersprießliches erzielt werden. Daß aber eine solche Vereinigung nicht stattfindet, das ist es, worüber wiederholt Klage erhoben wird, nicht blos ״in den öffentlichen, den jüdischen Interessen gewidmeten Blättern", sondern in allen billig. denkenden gebildeten Kreisen Pesth's. Wir haben Reiche genug mit hinreichender Bildung (und auch die gegenwärtige Gemeindevertretung zählt deren einige), und wieder Gebildete genug, mit hinreicheudem Vermögen und äußerer Unabhängigkeit, — die sich für den Vorstand eignen. Oder, sollen wir uns damit trösten lassen, ״daß eine Vergleichung mit den hiesigen frühern Zuständen kaum zum Nachtheile der gegenwärtigen ausfallen möchte"? -Ein schlechter Trost! Wir dächten, daß in heutiger Zeit kein Stillstand, sondern vielmehr ein Fortschritt gegen frühere Zeiten zu wünschen und zu erwarten ist. Wenn dessenungeachtet ein zur Selbsterhaltung im Amte von dem Vorstande angeregter Census die Forderung überspannt, so ist das wahrlich nicht unsere Schuld. Wir beklagen diesen großen Uebelstand aus tiefstem Herzen, ohne deshalb unsere Hochachtung einer Gemeinde zu versagen, die schon so viel Beweise des Guten und Gemeinnützigen an den Tag legte, um noch einer besondern Lob- oder Schntzrede von unserer