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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 193

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 193 (sequence 37)
Language
German
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— 193 — gönnen, und das Hebräische erst 2—3 Monate später vorgenemmen, weil das Lesen in der Muttersprache anschaulich vor sich geht, wodurch dann auch das Lesen des Hebräischen geringere Schwierigkeiten bietet. Seitdem ich aber das Hebräische aus meiner Fibel*) lehre, hat sich in unserer Schule das entgegengesetzte. Resultat herausgesteltt; die Schüler lernen nämlich das Hebräischlesen bedeutend leichter als das Deutschlesen, u. z. aus folgenden triftigen Gründen' Erstens. Sind im Hebräischen nicht mehr als 6 verschiedene Formen der Vokalzeichen, während es im Deutschen deren 14 gibt. Zweitens. Bestehen die hebr. Vokalzeichen meistens aus Pünktchen oder Strichlein, daher das Kind dieselben viel leichter auffaffen kann, als die deutscheu, da diese durch die verschiedenen Laute, welche sie in ihrer Zusammensetzung haben, viel schwerer und komplizirender sind. Drittens. Die hebr.-Wörter sind, da bei ihnen die Punktation die Stelle derVokale vertritt, weniger umfangreich, und für das noch ungeübte Auge des Kindes viel leichter anfzufassen, als die deutschen Wörter, die wegen ihrer Vokale einen bedeutend größer» Umfang haben. Viertens. Sind U meiner hebr. Fibel gleich zu Anfänge, solche Haupt- und Eigenschaftswörter aufgestellt, woran sich leichte Sprachübungen knüpfen lassen, wodurch das Lesen im Wege der Anschauung und sehr faßlich vor sich geht. Aus diesen Gründen gebe ich den Anfängern in unserer Schule die hebr. Fibel vor der deutschen in die Hand, und erst 1—2 Monate später, nachdem das Gesicht der Schüler schon geübt ist, und sie vom Lesen einen Begriff haben, nehme ich auch das Deutschlesen vor, welches sie dann sehr leicht lernen. 2. Frage: Wie viel soll aus dem Bibelterte in der 2., 3. u. 4. Klaffe gelehrt werden? Wie wird der Lehrgang am zweckmäßigsten eingetheilt? Die Beantwortung dieser Frage hängt ebenfalls von der Einführung zweckmäßiger Bücher und dem methodischen Verfahren beim Unterrichte ab. Erhalten die Kinder übersetzte Bibeln, so kann bedeutend mehr geleistet werden, als wenn der Unterricht mittels unübersetzter Bibeln, blos durch mechanisches Memoriren betrieben wird. 3. Frage. In welcher Klaffe soll mit dem Unterrichte in der hebräischen Grammatik der Anfang gemacht werden, und welcher Stufengang ist bei diesem Unterrichtszweige zu beobachten? Hier gestatte mir wieder der geneigte Leser, die in der Vorrede meiner Fibel aufgestellte 4. Frage anzusühren: Könnte nicht auch für den Unterricht in der Grammatik dieselbe anschauliche, eine systematische Sprachlehre ausschlie- *) Deren erste Tabellen deutsche Wörter und Sätze enthalten, die mittels hebr. Buchstaben und Vokale angesteltt sind, wodurch der hebr. Unterricht gleich Anfangs aus anschauliche Weise vor sich geht.

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