Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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obige Weise verfahren, wobei ich den Schülern gestattete, in der Übersetzung einzusehen, weil dadurch das Lernen schneller von statten geht, und die Selbst- Übung der Schüler ermöglicht wird. Diese Unterrichtsmethode hat nun im Verlaufe des zweiten Jahres zu dem erfreulichen Resultate geführt, daß die Schüler nicht nur einen sehr großen Theil der Gebete korrekt, fertig und ausdrucksvoll lesen, sondern auch sehr Vieles davon auswendig übersetzen können. Auch gewann ich die erfreuliche Ueberzeugnng, daß dieses Unterrichtsverfahren nicht nur für das Hebräische die besten Erfolge herbeisühre, sondern auch übend und bildend sowol auf das fertige Deutschlesen, als aus das Verständniß der deutschen Sprache einwirke, was besonders den Schulen mit zwei Lehrern zu gute kommt. Aber noch ein sehr großer Vortheil erwächst für den hebr. Unterricht aus der Anwendung der gedachten Lehrweise: die erhöhte Lernlust der Schüler! Während ihnen bei dem mechanischen, unverständlichen Lesen des Hebräischen das Lernen zur Last, ja zur Qual wird, erweckt dieser deutsch-hebräische Unterricht in ihnen Eifer und Interesse für denselben, und in unserer Schule herrscht schon bei den ersten Anfängern ein solch reges geistiges Leben, wie es nur durch eine derartige Anschauungsmethode hervorgerufen werden kann. Auch beim Unterrichte im Pentateuch ging ich auf oben angegebene Weise zu Werke, und bewies bei der zu Ende dieses Sommerkurses abgehaltenen hebr. Prüfung, daß die Kinder durch Anwendung dieser neuen anschaulichen Methode in diesem Semester, anlangend die Quantität, noch einmal so viel als gewöhnlich erlernt hatten, und hinsichtlich der Qualität viel größere Korrektheit und Deutlichkeit in der Aussprache, besonders auch ein gründlicheres Verständniß der Sache bekundeten. Diese Unterrichtsweise machte aber nicht blos auf die begabteren Schüler den günstigsten Eindruck, sondern selbst den Beschränkteren wurde dadurch das Lernen bedeutend erleichtert. Hr. Oberrabb. Hochmuth, welcher unsere Schule als Direktor und Eraminator in der Regel allmonatlich besuchte, sprach sich Ln Gegenwart unseres Schulvorstandes ebenfalls für die Zweckmäßigkeit dieser Lehrweise aus, und rieth mir zugleich, meine hebr. Fibel dem hohen Unterrichts-Ministerium zu unterbreiten, wobei er sich auch erbot, mir zu diesem Behufe ein Zeugniß über die erprobte Nützlichkeit derselben ertheilen zu wollen. Ich komme nun zur Beantwortung obgedachter Fragen: 1. Frage: Wird in der ersten Volksschulklaffe (früher Elementarklaffe) schon der hebr. Unterricht vorgenommen? Welches Lehrziel ist in dieser Klaffe zu erreichen? Da sowol das -Gebetbuch als auch die Bibel — vornehmlich der Pentateuch dem Israeliten durch sein ganzes Leben als ein Schatz zu gelten haben, mittels dessen er sein Herz und Gemüth zu Gott erheben, und sein religiöses Gedeihen schaffen soll, so ist es nothwendig, daß diese Bücher der Jugend, sabald es nur thunlich ist, in die Hand gegeben werden. Nun wird in den israel. Schulen der Unterricht Ln der Regel mit dem Deutschlesen be-