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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 189

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 189 (sequence 33)
Language
German
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— 189 Thalmudstette hat wol den Tempelberg oder die höhere Lage Jernsalem's im Auge. 2. S. 16. Anm. 7. wird nachgewiesen , daß den Thalmudisten die westliche Lage Palästina's gegen Babilon genau bekannt war. Allein nicht minder bekannt war ihnen die nördliche Lage , wie Gitt. 6, a. schwarz auf weiß zu lesen ist. R. Chanian's Weisung ist mithin ganz buchstäblich zu nehmen, und kann hier von witziger Satyre nicht die Rede sein. Ueber den Widerspruch zwischen Ber. 30. a. und B. B. s. Zelach zu Ber. 61, d. und Bechor Schor. das. 3. S. 17. Anm. 8. wird auf CH. Sofer hingewiesen. Eine genaue Durchsicht des betreffenden Gutachtens beweist aber, daß die Toseftha Meg. 3., auf welche der Herr Verf. so viel Gewicht legt, nicht die westliche Gebetrichtung soudern nur die Norm vorschreiben will, daß der Eingang in die Synagoge jedenfalls an der Ostseite angebracht werde. 4. S. 15 werden verschiedene Meinungen über die Stellung der Bundeslade angeführt. Aus Menach. 98, d. und Megilta 10, a. erhellt klar, daß dieselbe ihre Stellung in der Mitte hatte. Daß demnach Kimchi und die Thosaststen, sowie Aben Esra und Maimonides dem Thalmud widersprechen, ist in der That nicht zu läugnen, was schon Tos. Jom Tob Joma 2, 2. und B. B. 2, 9. hervorgehoben hat. Da die Distinktionen des Hrn. Verf. nicht stichhaltig sind, und seine Berufung auf den Jeruschalmi ,das klare Wort der Poskim nicht widerlegen kann; so gelangen wir zu dem Resultate, daß die Richtung nach Osten für die westlich von Jerusalem liegenden Synagogen in voller Kraft und Pflicht- Mäßigkeit fortbesteht, und keiner wie immer gearteten Rücksicht der Bequemlichkeit und des Vortheiles zum Opfer gebracht werden dürfe. Rückfichtlich der nordwestlichen Punkte gegen Palästina hat das Herkommen gegen den Lebusch für die östliche Richtung entschieden: s. Dibre Cham, und Maad. Jom Tob zu Rosch Ber. 4. Dagegen bekenne ich für die östliche Richtung der rein nördlich liegenden Synagogen keinen halachischen An- Haltspunkt finden zu können. Vielleicht manifestirt stch in der östlichen Richtung .die Hoffnung auf den dereinstigen Sonnenaufgang des Heiles Israels. Nachbemerkung -er Redaktion. Diese Hoffnung theilen aber ohne Zweifel auch die orientalischen Juden, ohne daß sie deßhalb beim Gebete die östliche Richtung einhalten. R. Chajjim Benvenisti berichtet, er habe Synagogen gesehen, in denen die heil. Lade in der östlichen Mauer angebracht war, und das Betpult des Vorbeters dennoch eine andere Richtung inne hatte: (Konstantinopel)ראיתי בהיסטנדינה (Smyrna) ובאיזמיר (Bruffa) ובברוסא (Tireh oder Türia) ופה תיריא שאעפ״י שההיכל קבוע בכותל ציורה התיבה פונה לרוח אחרח (Knes. Ha-Gedola zum O. CH. 128.). Diese Einrichtung steht allerdings mit Maim. Thef. 11, 2. in Widerspruch; die Thatsache ist aber unleugbar. Wahrscheinlich 12 Ben-Chan. IT. 1800.

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