Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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— 188 Die Soferim zum bloßen Schreiben, Zählen und Eregefiren zu verurtheilen, dünkt mir eigenmächtig. Berachoth und Thesilloth find älter als die hasmonäische Zeit. Der Protest gegen die heidnische Welt mußte nicht aus die Hellenen warten; auch die indische und egyptische Religion schreibt vor, die auf- und untergeheude Sonne anzubeten (Plut. de Js. 52.). Von dem dreimaligen Gebete spricht Ps. 55., der gewiß kein nachhasmonäischer ist, so auch das Buch Daniel. Aristeas hält das Gebet für [etite alte Sitte der Juden. Die Standmannschasten haben gebetet. Alles dies bestärkt uns in der Anficht, daß die große Synode fich unter Nehemias konstituirte, und daß die 18 Benediktionen ihr ihren Ursprung verdanken (S. Meg. 17, b.) Die Zahl 120 ist nach der Annahme des Hrn. Red. nicht erklärt. Die Behauptung, daß durch das כוס ישועות der Pokal Jupiter's zurückgewiesen werde, ist nicht zutreffend. Ja, wir protestiren ein für alle Mal gegen diese Genesis aus dem Heidenthume, wenn auch als Oppofition. Ebenso entschieden protestiren wir gegen das, was über das Verhältniß der großen Synode zum Bibelkanon gesagt wird. Daß man mit der Aufnahme Ezechiels in der Bibelkanon bis Simon den Hasmonäer gewartet habe, kam dem Thalnmd gewiß nicht in den Sinn, da derselbe B. Bathra 14, a. Esra den Männern der großen Synode folgen läßt. Aus 2 Makk. 2, 13., wie nicht minder aus dem Prologe des Siraciden und aus Josefus erhellt, daß der Bibelkanon viel früher geschloffen worden sei. Wäre der Kanon in den Zeiten Simon'sj des Hasmonäer's geschloffen worden, so hätte Josefus nicht der Vorstellung Raum geben können, der Kanon sei unter Artarerres geschloffen worden. Ich gebe also zu, daß Simon der Fromme Simon der Hasmonäer ist, aber die große Synode datirt sich aus der Zeit Nehemia's, und sie rekonstituirte fich in der Zeit der Hasmonäer*). II. Die Ostseite bei Synagogenbauten. Von Emannel Lasch, Rabbinats-Verwalter in Apostag. Zu der gelehrten Abhandlung des Hrn. Oberrab. vr. Zipser (i, 9— 18.) gestatte ich mir folgende Bemerkungen. 1. Während S. 14. das Wort en (Hohesl. 4, 4.) als ״Trümmer" aufgefaßt wird, macht sich S. 17. die Ansicht geltend, daß in der bezüglichen Stelle, Ber. 30, a. nicht von dem zerstörten, sondern von dem bestehenden Heiligthume die Rede sei. Ich lege indeß darauf kein besonderes Gewicht, da תל auch ״Anhöhe, Festung" bedeutet, wie die Wörterbücher darthun. Auch die *) Wir überlassen es gerne den Fachmännern, zu ent'cheiden, ob und Ln wie ferne es unserm geehrten Mitarbeiter gelungen ist, den alten Stand- Punkt zu retten. Red.