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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 187 (sequence 31)
Language
German
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den Hasmonäer für den frommen Simon der thalmudischen Literatur halten können, und zwar schon aus dem Grunde, weil es sonst unbegreiflich wäre, warum dieser Simon, der Schöpfer einer neuen Aera, im Thalmud keine Erwähnnng gesunden habe! In der Schrift scheint derselbe jedenfalls erwähnt zu sein. Wer nämlich die Weißsagung Secharjah 9, 9—17. mit Aufmerksamkeit liest, wird schwerlich der Annahme widerstehen können, daß der Held derselben kein anderer sei, als Simon der große Hasmonäer. In die hasmonäische Zeit ist schon Aben Esra gerathen; und da ansdrücklich von einem Kampfe der Söhne Zion's mit den Söhnen Javan's die Rede ist (V. 13), wird man ihm nur beistimmen müssen. Er bleibt aber bei Juda Makkabäus stehen, ohne zu bedenken, daß nichts in der Welt berechtiget, demselben den Königstitel beizulegen (V. 9.). Nun war zwar Simon auch nicht König. Da er aber nicht nur die höchste priesterliche, sondern auch die höchste bürgerliche Würdebekleidete, und Fürst (נשיא) genannt wurde, so ist es nicht zu verwundern, daß er in der Profetischen Rede als König bezeichnet wird. Nicht minder gewiß scheint es mir, daß Simon der Fromme, welcher nach der Mischnah (Para 3, 5.), zweimal den Ritus der Parah Aduma (4 M. 19, 2—9.) verrichtete, nur Simon der Hasmonäer war. Denn es ist unglaublich, daß sich die Reste der von einem frühern Simon herrührenden Reinigungsasche während der syrischen Religions-Verfolgung erhalten haben, so daß erst unter Johann Hyrkan dasBedürfniß neuer Asche fühlbar wurde. Herzfeld meint, Jose B. Joezer hätte den Para-Aduma-Ritus auf eine zeitlang oispensirt. Wir haben aber nicht nöthig, den חסיד שבכהונה auf höchst unkritische Weise zum --יוסי שדי zu machen, sobald wir Simon den Frommen für den Hasmonäer gleichen Namens halten. Jose hat gewiß nach Simon gelebt, und ist nicht, wie Frankel und Andere behaupten, während des Syrerkrieges umgekommen. Er war als Duumvir, ein Zeitgenosse Johann Hyrkan's. In seiner Zeit begann der Sektenkampf. Von den Einen wurde mehr der innere Gehalt der Religion, von den Andern mehr die äußere Uebung hervorgehoben. Die bis dahin bestandene Harmonie zwischen den beiden Elementen wurde gestört; Jose war der letzte der אשכולות ----- der Weintrauben! Die Traube hält den Rebensaft und die Schate fest zusammen. Dagegen kann ich mich mit einigen Spezialitäten, welche die erwähnte Abhandlung über die griech. Synagoge enthält, nicht einverstanden erklären. Die ganze Fifiognomie der Sage Joma 69, d. zeigt darauf hin, daß dieselbe nicht die Zeit der Hasmonäer, sondern die Nehemia'ö im Auge habe. Schon damals wurde der Hang zum Naturkultus besiegt. Allerdings sielen Viele in das Netz der syrischen Verführung und Verfolgung. Allein es gab ja auch später Römerlinge, wie es früher Griechlinge gegeben hat. In die Zeit Esra's und Nehemia's ist auch der Ursprung des Thalmudismus zu setzen, insoftrne wir darunter die Erläuterungen und Erweiterungen des mosaischen Gesetzes darunter verstehen.

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