Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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186 — durch die todte Sprache lebendige Empfindungen zu erregen, und mit dem längst verhallten Echo uns nicht mehr bekannter Laute dem Ohre süße Klänge zuzuführen meinen, andererseits gehören, sondern die tüchtigsten Meister, während ste die Scylla glücklich mieden, in die Charybdis gerathen find. Mit diesen wesentlichsten Gegensätzen^ — deren es sonst noch andere gibt, — bezeichnen wir den ungeregelten, allen Sprachgesetzen hohnsprechenden, und sich wild herumtaumelenden, allenfalls durch Wort- und Sinn-Spielereien, bisweilen anregenden Styl früherer Jahrhunderte, und dagegen das sichtliche Streben nach korrekter Darlegung der Gedanken in der Form, wie der Verfasser sie in sich ausgebildet hat, ohne denselben erst echt hebräisch umzuformen, so daß fie als neue Barbarismen in die Gesellschaft hebräischer Gedanken eintreten, und durch ein deutliches Schiboleth als Fremdlinge sich zu erkennen geben. Da aber die Absicht der hebräischen Stylisten nicht sein kann, während sie der ehrwürdigen Sprache ihren alten Glanz wieder verschaffen wollen, sie mit deutschen, polnischen, italienischen, französischen und holländischen Lakaien zu umgeben, so macht dieser Andrang fremder Livreen einen sehr unangenehmen Eindruck. Schreiber dieses hat seit längerer Zeit sich ein Verzeichniß solcher Eindringlinge angelegt, und wird, wenn es erlaubt ist*), davon einen kleinen Auszug zu liefern, zum Nutzen und Frommen angehender Stylisten, einige den Sachkennern gewiß merkwürdige Proben vorführen, — versteht sich ohne die Meister namhaft zu machen, welche aus solche Weise ihre vaterländische Denkweise aus dem Gebiete Zion's und Jerusalem's bewähren! — Mifdje Äreiszüge. 1. Die große Shno-e. Vom Bezirksrabb. vr. Du schak. Wer die Abhandlung über die große Synode**) mit Aufmerksamkeit liest, muß zu der Ueberzeugung gelangen, daß ״Simon der Fromme" wirklich kein anderer ist, als Simon der Hasmonäer. An Simon I., den Enkel Jaddua's, des Zeitgenossen Alerander's des Großen, ist gar nicht zu denken; er war von keiner Bedeutung. Von größerer Bedeutung ist Simon II. , dem der Redakteur d. Bl. eine viel zu untergeordnete Stellung anweist. Dieser Simon spielte unter Antiochos dem Großen eine wichtige Rolle. Er that viel für die Befestigung Jerusalem'- und für die Verherrlichung des Tempels. Sirach schildert mit Ueberschwenglichkeit den Strahlenglanz, welcher Simon II. am Versöhnungstage umgab. Gleichwol wird der unbefangene Forscher nur Simon *) Viele Leser d. Bl. werden Ihnen Dank dafür wissen. Red. **)1. Jahrg. S. 102, 193, 292, 338.