Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 162 — Man könnte gegen die gegebene Erklärung einwenden, daß nach einer in beiden Gemaren enthaltenen Nachricht die Hohen- Priester des zweiten Tempels nicht gesalbt, und nur durch Einkleidüng in die acht Gewänder geweiht wurden ^). Allein gesetzt, daß sich die Geschichtlichkeit dieser Notiz auf die ganze Dauer des zweiten Tempels erstreckt 5); so wird doch Simon der Gesalbte genannt werden dürfen, weil man Hohepriester zu salben, pflegte, Wie Cyrus Jesaj. 15, 1. als Gesalbter vorgeführt wird, weil man gewohnt war, die Salbung als Weihe der Herrscher anzusehen. Simon der Hasmonäer wurde aber nicht nur zum Hohen- Priester, sondern auch zum weltlichen Oberhaupte des geretteten Vaterlandes erwählt. In ihm hat die Hierarchie der Periode des zweiten 'Tempels ihren Kulminationspunkt erreicht. Die früheren Hohenpriester dieser Periode standen zwar auch an der Spitze des Staates; allein diese Stellung war theils die Frucht der Umstände, theils die Frucht des Verhältnisses zwischen dem untergeordneten Judäa und der gebietenden Großmacht: Persien, Egypten, Syrien. Die Nachkommen Simon's bahnten nicht nur durch ihre Zwietracht, sondern auch durch ihr monarchisches Gelüste der Fremdherrschaft den Weg. Unter Herodes standen Tempel und Hochpriesterthum in einem für letzteres sehr demüthigenden Gegensatze zu einander: Während der Tempel in früher nie gekannter Pracht erglänzte, hatte der in demselben fungirende Hohepriester allen Nimbus, alles Ansehen, alle Würde verloren! Die Hierarchie war die unselbstständige Dienerin der Kyriarchie geworden. Simon der Hasmonäer ragt, über alle seine Vorgänger und Nachfolger hoch hervor. Er wurde in Folge der Kundgebung des Volkswillens an die Spitze der religiösen und politischen Angelegenheiten seiner Nation berufen; ihm wurden auch zwei, seinen beiden Würden entsprechende Titel beigelegt. Mkd. 1,7.: א״מ ממנו! לדורות אלא כוה״ג. Bähr (Symv. s, 168.) kennt diese Quellen nicht, und begnügt sich auf Abravanel hinzuweisen. 4) 1. Makk. 2, 6. d. Hör. 12, a. u. die das. bezeichneten Paraltelstelten. 5) Es fragt sich nämlich, ob Ln der Sage Sabb. 21, b., welche bisher ganz ungeschichtlich befunden wurde, nicht ein auf das Salböl bezüglicher historischer Kern liege.