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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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159 — die dem Studium an der Hochschule und an den technischen Anstalten obliegen, scheint noch gar nichts geschehen zu sein! Kein Unbefangener wird sich's verhehlen, daß der jüdische Student bei Weitem nicht die Theilnahme findet, derer sich der Bachur in orthodoren Kreisen zu erfreuen hatte. Fast scheint es, daß viele gebildete Juden es bis zur Stunde noch unterlassen haben, sich von dem gegenseitigen Verhältnisse des ehemaligen Bachurs und des heutigen Studenten einen klaren Begriff zu machen. Viele meinen, man habe den ehemaligen Jeschibajünger nur als künftigen Rabbinen geliebt und geschätzt, und sie finden es daher natürlich, daß die religiöse Pietät sich für denselben lebhast interessirte, während sie kalt bleibt gegen den künftigen Arzt und Juristen, Ingenieur und Apotheker, Musiker, Maler und Bildhauer. Diese Distinktion beruht aber auf einem Jrrthume. Was man an dem Bachur schätzte, war nicht sein künftiger Beruf, sondern seine geistige Strebsamkeit, ״das Lernen"! Dieses Lernen beschränkte stch in vielen Fällen allerdings blos auf den Thalmnd und dessen Zubehör. Allein man wußte den Werth der allein erreichbaren und geltenden Intelligenz nach Gebühr zu würdigen, und scheute kein Opfer, um der Entwickelung derselben unter die Arme zu greifen. Sollte die Intelligenz heutzutage nicht die rücksichtsvolle Pstege verdienen, die ihr ehemals zn Theil wurde? Wie viel jüdische Männer der Wissenschaft und Kunst dazu beitrugen, ihre Stamm- und Glaubensgenossen in politischer und sozialer Beziehung zu heben, ist hinlänglich bekannt. Nicht minder bekannt sind die wichtigen und erfolgreichen Dienste, welche jüdische Aerzte dem jüdischen Schulwesen in verschiedenen Gegenden des Vaterlandes geleistet haben. Daß die Institute der Gemeinden nur gewinnen, wenn die Intelligenz auf dieselben influtrt, ist erst vor Kurzem in diesen Blättern zu wiederholten Malen anerkannt worden. Wenn es daher die ehrenwerthe Pesther israel. Kultnsgemeinde für ihre Aufgabe hält, den künftigen Handwerker zu unterstützen, wird sie es wol nicht minder für ihre Aufgabe halten, dem künftigen Gelehrten und Künstler ihre liebreiche znzuwenden. Die Zeiten und Sitten haben sich verändert. Die Form der 10*

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