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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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— 158 — Gewiß ist es eine höchst erfreuliche Erscheinung, daß die Freunde des Fortschrittes und der Reform im Judenthnme den Vorwurf des Jndifferentismus, der ihnen von den Wächtern Zion'ö gemacht wird, durch die Opserfreudigkeit widerlegen, die sie so oft bewähren, wo es gilt, jüdische Institute zu gründen und zu erhalten, jüdisches Interesse zu fördern, den jüdischen Namen zu Ehren zu bringen. Ebenso niederschlagend ist aber andererseits die Wahrnehmung, daß das neuere Judenthum dort, wo es sich um die Pflege der Intelligenz, um Förderung von 'Kunst und Wissenschaft, unt die Hebung geistiger Kraft in der eigenen Mitte handelt, dem altorthodoren Judenthnme bei Weitem nachsteht! Wer kennet nicht die Opfer, welche nicht nur große, sondern auch kleine Gemeinden brachten und — in Ungarn — noch bringen, um eine Jeschiba zu erhalten? Nicht nur der Reiche steht den Bachur (Thalmudjünger) gerne als seinen Tischgenossen; auch der arme Handwerker theilt mit demselben mindestens einmal in der Woche mit Freuden sein frugales Mahl. Wie steht es nun in dieser Beziehung in der Pesther Gemeinde, durch deren Jnstitutionen das neuere Judenthum so glänzend repräsenttrt ist? Die Gemeinde zu Preßburg erhält seit mindestens hundert Jahren eine bedeutende Jeschiba. Nun ist es allerdings wahr, daß eine nicht geringe Zahl von Bachurim daselbst mit Entbehrungen allerlei Art zu kämpfen hat, und daß andererseits der unter den Betreffenden selbst bestehende Hilfsverein Vielen unter ihnen sehr zu statten kömmt. Alles dies würde aber bei Weitem nicht hinreichen, wenn die Gemeinde nicht jederzeit eifrig beflissen gewesen wäre, ihren jungen Gästen von Nah und Fern wohlwollend und hilfreich entgegenzukommen. In Altofen, Baja, Bonphäd, Balassä- Gyarmath, Eisenstadt, Mattersdorf, Neustadt!, Neutra, Nikola«, Trentschin, Unghvär, Verbo und anderen Orten, thaten die jüdischen Gemeinden dasselbe, und thun es zum Theil noch. Klingt es aber diesen Opfern gegenüber nicht wie Ironie/ wenn berichtet wird, daß die große und reiche Gemeinde zu Pesth acht Präparandisten, -7— die Gesammtzahl derselben beläuft sich auf 28, — Freitische gesichert habe? Für die Söhne armer Eltern;

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