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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 151

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 151 (sequence 47)
Language
German
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151 — geschwankt, ob ich der letzter!! genügen sosfte, nachdem ich die Ueberzeugung gewonnen habe, daß es vergebliche Mühe ist, diejenigen, die einmal verhärtet sind in der alten Geschmacklosigkeit, die Augen öffnen zu wollen, und der Leidenschaft, welche überall Feindseligkeit wittert, etwas Besonnenheit zuzumnthen, während die Klarschauenden der Belehrung nicht bedürfen. Allein da man gedroht hat, so würde dieser Theil der Gemeinde und mit ihm die zahlreiche Schaar der strebsamen Jugend, die wissen möchte, welche Anforderungen an den Volkslehrer zu stellen seien, um diesen künftig zu genügen, ^üt Recht unser Schweigen mißdeuten! — Eine theologische Zeitschrift darf ohnehin eine Einweihungsrede, die einen,der schönsten Tempel feiert, nicht unerwähnt lassen; das würde zu argen Mißverständnissen berechtigen. Somit sei denn auch sie der Gegenstand einer unbefangenen Würdigung, womit sicherlich dem Redner selbst ein Gefallen geschieht. Das Thema dieser Rede ergibt sich ans ihrem Zwecke. Eingeleitet dnrch die Betrachtung, daß alle Menschen auf jeder Bildungsslnft des Gottesdieustes, trotz der Einwendungen leichtfertiger Freigeisterei, nicht entbehren können, bestimmt es sich (S. 12) dahin, es solle den Beweis führen: daß der öffentliche Gottesdienst eine nnabweisliche Forderung n nse rer hö Hern Natur i st, u nd kein Opfer zu dessen Verherrlichung zu groß scheinen darf. Als Gesammtbild dient eine Parabel des Midrasch, wonach Israel sich mit der Thora als Himmelstochter vermählt, bei welcher der Vater überall, wohin sie ihren Galten begleiten muß, wohnen will. Der Beweis wird in folgenden Sätzen dargestellt: 1. Die Natur zerstreut den Geist, welcher sich nach Sammlung sehnt. 2. Daher die Noth- Wendigkeit eines gemeinsamen Gotteshauses. 3. In diesem erlangt er das Bewußtsein des gemeinsamen höheren Berufes. 4. Das Gotteshaus beansprncht mit Recht einen geeigneten Ort zur Verstunlichung seiner erhabenen Würde. 5. Es wirkt nur durch gemeinschaftliche Th ei ln a h m e. 6. Es muß die ganze Sorge der Gemeinde ansprechen. — Darauf Schlußsegnungen. Wenn gleich eine scharfe Kritik gegen die bildliche Unterlage, zumal schon die vorige Rede eine Vermählung schilderte — und gegen die Folgerichtigkeit der Eintheilung manches einwenden könnte, so mag sie doch darauf gerne verzichten, da die angegebenen Punkte jedenfalls zur Sache gehören. Der Gesammteindruck der Rede war ohne Zweifel ein erwünschter, wenn gleich wir abermals die Herausgabe derselben als Druckschrift sehr bedenklich sinden. An vielen Stellen entfaltet der Redner diesmal, wie wir erwartet hatten. einen Redeschwung, der offenbar über die Begriffe der Vertheidiger seiner vorigen Rede sich erhebt, aber es ist Grund zu bezweifeln, daß Andere, die eine höhere Stufe einnehmen, demselben im Einzelnen folgen können. Uns wenigstens ist es schwer geworden, Vorstellungen zu erfassen, wie S. 7, daß freundlich ragen seine Zinnen, wie Go ttes grüße aus lichtem Himmel:

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