Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 147 (sequence 43)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543080--1369-2545079
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 147 — res Zeitalters, welche als zukünftige Bue Anak die ganze geistige Welt erobern und beherrschen werden. Hrn. Leidesdorf und seiner schnlgewandten Frau wurde auch die allgemeine Anerkennung zu Theil. Nach so ehrenhaft überstattdener Prüfung wurde die kleine Heldenschaar öffentlich gespeist, wobei fie sich nicht minder tapfer benahm, und mit einer solchen Lust und Herzhaftigkeit dreinhieb, daß Suppe und Kalbsbraten mit ihrem Troß sich schleunigst in das Innere des Magens verkrochen. Die verehrten Damen vom Frauenkomit6, welche der Prüfung anwohnten, verkosteten von den verabreichten Speisen und bedienten die Kleinen a 1'donneur. H. L. B a ck. Wien, 19. Februar. Es hat sich hier ein Verein thalmudischer Autoritäten und angesehener Israeliten zur Herausgabe eines Thalmud mit allen Kommentaren gebildet, welche an Billigkeit, Schönheit und Korrektheit alle in Oesterreich erschienenen und letzter Zeit angekündigten Ausgaben weit übertreffen wird. Der Verein hat die Ausführung dieses isracl. National- Werkes der typograf. Anstalt von Zamarski und Dittmarsch in Wien übertragen, welche durch mehrere große hebräische Werke ihren Ruf nach dieser Richtung gerechtfertiget hat. A. B. Pesther Briefe. III. Ueber die maßlose, alte Schranken des Anstandes verletzende Weise, mit welcher die ״Rezensenten-Wirthschastler" in dem Sprechsaale des Pesther Lloyd gegen Dr. Jost austraten, herrscht in unserer Gemeinde nur ein Urtheil: das der Entrüstung! Viele verargen es der Redaktion des Lloyd, daß sie ihren ״Sprechsaal" einem so ungezogenen Gesellen geöffnet hat. Jndeß sind es in diesem Augenblicke nicht Angelegenheiten der Literatur und des Geistes, sondern Angelegenheiten des Fleisches, welche die Aufmerksamkeit unserer Gemeiudeglieder auf sich ziehen. Es handelt sich nämlich um den Koscherfleisch-Zuschtag! Soll derselbe sortbestehen oder abgeschafft werden? — In Gemeinden, wo keine Knltussteuer eiugehoben wird, ist jener Zuschlag die einzige oder doch vorzüglichste Einnahmsquelte, und daher unentbehrlich, und da die Gemeindegliedcr damit einverstanden sind, auch nicht ungerecht, denn volenti non fit injuria. Aber in unserer Gemeinde besteht eine direkte Kultussteuer, und den unbemittelteren Gemeindegliedern ist der Zuschlag, da er sie am meisten drückt, nichts weniger als willkommen! Ferner besteht hier ein von der direkten Kultnssteuer hergenommener Zensus. Letzterer wird aber, will man nicht ungerecht sein, durchaus unhaltbar, sobald neben der direkten Steuer noch eine indirekte besteht. Es ist daher zu bedauern, daß unsere Vorsteher beim h. Ministerium Schritte machten, um das Koscherfleisch auch fortan monopolisiren zu können. Hoffentlich wird dieser Schritt erfolglos bleiben. Der Ausfall in der Gemeindekaffe wird leicht durch freiwillige Fassion der Reichen und Wohlhabenden zu decken sein. Eine andere Frage, die vielfältig besprochen wud, ist die der zwei Schulen: ich meine nicht die Schammai's und Hitlel's, sondern der ״Schulen" im Orezy'schen Hause. Welche soll sortbestehen, die. ״alte Schule" oder Shna-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.