Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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— 146 — die profane Wissenschaft in derjenigen Achtnng bei uns stehen, die ihnen in deü ältern gebitdeten Gemeinden gezollt wird, und daß der Jdeenkreis und das Schicklichkeitsgefühl noch lange nicht ans jener Stufe der Entwickelung gelaugt sind, wie dort; was ans den angegebenen Ursachen leicht erklärlich ist. Es ist demnach hier allerdings noch Vieles zu schaffen, was erst das langsame Werk der Zeit und eines beharrlichen gemeinnützigen Strebens sein kann. Doch ist in dieser Richtung ein erfreulicher Fortschritt nicht zu verkennen, den kein Nubefangener in Abrede stellen wird. Im Schulwesen, zur Regelung der Verwaltung und zu Wohlthätigkeitszwecken ist durch friedliches Zusammenwirken in der letzten Zeit Bedeutendes geleistet worden, und man muß zum Lobe unseres Vorstandes anerkennen, daß Anregungen dazu eine immer bereitwillige Unterstütznng bei demselben finden. Hoffen wir, daß er auf dem betretenen Weg nicht stille stehen, sondern ausdauernd und erfolgreich vorwärts schreiten wird. Wo Einigkeit herrscht, da heißt cs: wachsen selbst die kleinsten Kräfte mächtig empor. In Nneinigleit hingegen reiben sich auch die größten gegenseitig ans. Agram, im Febr. Hr. Leop. Hartmann wurde von der h. k. k. Statt- Halterei, in Anerkennung seiner ersprießlichen Leistungen als Direktor der hiesigen israel. Schule, zum Inspektor dieser Schule ernannt. Jeden Freund der hiesigen Schule muß es erfreuen, daß der unermüdliehe Eifer des Hrn. Hartmann für diese im Erblühen begriffene Anstalt, sowie dessen gründliches, didaktisches Wissen diese wohlverdiente Auszeichnung erhalten hat, und wir hoffen, daß er ferner nicht ermüden wird, seine kostbare Zeit der Jngendbildnng zuzuwenden. Wien, 9. Februar. Das nette Häuschen in der Schiffamtsgasse hat allerliebste Insassen. Das lustige Völkchen darin plaudert, erzählt, deklamirt, turnt, ererzirt, strickt, zeichnet, macht Bauten und Kunstgeflechte, gibt Berschen, lehrt Sprüche und fingt, daß Einem das Herz vor Freude hüpft. Gestern hat das kleine gut gedrillte Korps zu Ehren seiner erhabenen Schntzfran, der Kaiserin K a r o l i n a A u g n st a, Proben jener Tausendkünste abgelegt, von denen sich unsere Alten nichts träumen ließen. Da sitzt das uniforme Regiment von Bnben und Mädchen der israel. Kinder-Bewahranstalt, und paßt auf seinem Kommandeur, den wackern Lehrer Hrn. M. Leidesdorf, und antwortet ans alle seine Fragen entweder im Chor oder einzeln, aber immer so richtig und verständig, daß man fünfzigjährige Liliputaner vor sich zu haben wähnt. Die Fragen betrafen ans der Natnranschaunng die Gegenstände des Pflanzenreiches; ans der Betrachtung des Menschen die Sinnesorgane und deren Thätigkeit. und ans den menschlichen Bedürfnisse, die äußern und innern Theile des Hauses. Dazu wissen die Kleinen auch Bescheid über die Beschäftigung der Gewerbsleute aller Art, über die Pflichten des Menschen zur Erhaltung des Lebens, über sein geistiges und sittliches Wesen, über die Helden der biblischen Geschichte, und singen, sagen und deklamiren eine solche Unzahl Lieder, Sprüche und Gedichte, daß mau entsetzt zurückbebt vor diesen gelehrten Pygmäen nnse-