Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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145 — geholfen. Eine schöne Zierde erhielt die Schule durch, die patriotische Schenkung des Hrn. Vorstehers Herzog, bestehend aus Kaiserbildern und Bildnissen des Landesgouverneurs für sämmtliche Klaffen. Aber auch ein anderes Weihgeschenl ist derselben von diesem Herrn beschieden, eins kostbare Fahne mit sinnigen Emblemen, welche nach der kommenden Semestral-Prüfung feierlich eingeweiht werden wird. N Preßbovg, 17. Febr. Ich habe einige Tage in Raab zugeb.-acht, und die Stunden, die meine Geschäfte nicht in Anspruch nahmen, der Kenntnißnahme der dortigen jüdischen Zustände gewidmet. Wie herrlich könnte diese Gemeinde blühen! Es fehlt ihr weder an gebildeten, wohlthätigen, für das Judenthnm glühenden Gliedern, noch an einem tüchtigen, achtungswürdigen Rabbiner. Eines nur fehlt: das gute Einvernehmen zwischen Letzterem und dem Gemeindevorstand! Möge sich recht bald ein Biedermann finden, der es unternehme, eine vollständige Versöhnung zu Stande zu bringen! Er würde sich nicht nur um die Raaber Gemeinde, sondern auch um das Judenthum ein Verdienst erwerben! /V Pefth, 18. Februar, ^näiatur 6t a1t6ra par8. Es ist in letzter Zeit in den öffentlichen, den jüdischen Interessen gewidmeten Blättern zur stehenden Rubrik geworden, gegen den hiesigen Kultusvorstand losznziehen und über Mangel an Kapazitäten in demselben zu klagen. Dieser Vorwurf scheint mir sehr ungerecht zu sein. Mit der Wiener und Prager Gemeinde kann die Pesther zwar nicht verglichen werden, da uns hier keine solche Auswahl von Männern zu Gebote steht, welche eine hervorragende Stellung mit vorzüglichen Eigenschaften des Geistes verbinden, wie in jenen uralten Sitzen jüdischer Gelehrsamkeit und jüdischen Wohlstandes. Eine Vergleichung mit den hiesigen früheren Zuständen hingegen, dürfte kaum zum Nachtheile der gegenwärtigen ausfatlen. Sowie die Gründung der Pesther Gemeinde verhältnißmäßig noch sehr neu ist, so ist auch der geregelte Unterricht und eine angemessene häusliche Erziehung hier noch nicht alt genug, um bereits gereifte Früchte zu tragen. Der Einsender, oder die Einsender jener tadelnden Artikel wären daher sehr verlegen, wenn sie als Wähler die Aufgabe hätten, blos Männer voll echter wissenschaftlicher Bildung in den Vorstand zu berufen, zumal nicht nur ein hoher Census, sondern wie in allen jüdischen Gemeinden, auch Herkommen und ökonomische Rücksichten dem Reichthume in dieser Hinsicht ein gewisses Vorrecht verleihen. Wäre man selbst, wie manche Stimmen sich vernehmen ließen, in Betreff des Lebensalters nicht so strenge als es zu sein pflegt, um auch jüngeren Talenten. Sitz und Stimme am grünen Tische einzuräumen, so würde doch die Verlegenheit nicht viel geringer sein, insoferne man nicht zugleich auf Unabhängigkeit der Stellung und Ernst des Charakters verzichten wollte. Was hilft es vor einem so offenkundigen Nebel die Augen zu verschließen, oder uns über die eigentliche Quelle desselben einer Selbsttäuschung hinzugeben? Es Läßt sich nicht verhehlen, daß weder die spezifisch-jüdischer noch