Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 144 — wirkt, wenigstens gehen stets seine Bemühungen dahin, den Frieden zwischen Kehrer und Gemeinde zu erhalten, nnd wo dieser gestört ist, ihn wieder herzüstelteu, und überhaupt dem Lehrer mit seiner Autorität vor Unbillen von einer oder der andern Seite zu schützen und zu wahren*). K. צ• Stuhlwerßettburg, 15. Februar. Die Verbindung unserer Stadt mit den Hauptplätzen der Monarchie mittels Eisenbahn kann nicht verfehlen, aus die Konstituirung der israel. Gemeinde von Einfluß zu werden. Denn außer den Konsequenzen, welche sich aus diesem Faktum für die Stadt im Allgemeinen ergeben, erwächst für die israel. Gemeinde noch der Vortheil einer quantitativen Vergrößerung. In richtiger Erkenntniß der dem hiesigen Platze bevorstehenden merkantilen Wichtigkeit strömen nämlich vom Lande jüd. Einwohner zu, und da es meist unternehmende Köpfe sind, die sich hier niederlassenum ihre Handelsmanipulationen in größerem Maßstabe zu betreiben, was Kapitalbesitz voraussetzt, so sind diese neuen Mitglieder immerhin keine zu unterschätzende Momente für die materielle Kräftigung der Gemeinde. Freilich läßt sich nicht verkennen, daß ein Zusammenfluß von Personen mit sehr heterogenen Ansichten, von denen jeder seiner Ueberzeugung Geltung verschaffen möchte, der Organisation zeitgemäßer Schöpfungen nicht sehr förderlich ist; allein es ist zu hoffen, es wäre wenigstens sehr zu wünschen, daß sich die Ungleichheiten ebnen mögen, aber nicht auf dem mechanischen Wege der Reibung, sondern durch die nivellirende Gewalt des sozialen Zusammenlebens, nnd der mit der wachsenden Intelligenz auch immer mehr zur Herrschaft kommenden Duldsamkeit. Wird ja von gewisser Seite den Juden ohnehin die Tugend der Einigkeit imp utirt, nun so möge sie wenigstens zur Wahrheit werden. Inzwischen ist der Vorstand bemüht, diejenigen Errungenschaften der Neuzeit, welche hier ein Asyl gesunden, zu wahren, nnd retrograden Bestrebungen Einhalt zu thun. Auch dem Gedeihen der Hauptschule wird die möglichste Sorgsalt gewidmet, und mit Anerkennung verdient es erwähnt zu werden, daß mir dem Lokale, welches zu den Anforderungen eines gehobenen Schulwesens im grellen Widerspruche stand, ein radikaler Umbau vorgenommen wurde. Die engen, dumpfen Zimmer, in welchen die Kinder zusammengepfercht waren und geistige Bildung auf Kosten der physischen Entwickelung erhielten, wichen Hellen, geräumigen, mit allen Lehrmitteln auf's Zweckmäßigste versehenen Sälen, Durch Errichtung einer Parallelklasse wurde einem tiefgefühlten Bedürfnisse ab- *) Nach unserem Dafürhalten ist folgender Modüs der älleiü Vernunft - tige, gebuchte und zweckmäßige. Man taffe der Gemeinde, welche die Schule aus eigenen Mitteln erhält, das Recht, den Direktor zu wählen, und mäche es derselben zur Pflicht, der Regierung, welche die Schule beaufsichtiget, die Wahl zur Bestätigung zu ünterhreiten. Nebrigens hat der hochwürd. Wüiznet Bischof den ihm unterstehenden Klerus untersagt, jüdische Schuten zu Hesuchen. Red.