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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 136 (sequence 32)
Language
German
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— 136 — spiegelt wurde > der Berufene sei nicht nur ein Heros des Thalmnd , sondern auch ein Mann des Fortschrittes und der Kultur. Der Rabbiner war kaum angelangt, und in seinem Amte instatlirt, als die Täuschung von allen Einsichtigen erkannt und schmerzlich empfunden wurde. Aber auch der Rabbiner sah bald ein, daß er die Zuneigung der Gebildeten nicht besitzen werde, er warf sich daher ganz den Fanatikern in die Arme. Er wüthet nicht nur gegen Chor und Predigt, sondern auch gegen jeden geregelten Unterricht. Er mischt sich in das Privat- und Familienleben der Gemeindeglieder, gibt allen böswilligen Insinuationen Gehör, ans deren Grundlage er sogar Ehescheidungen vollzieht. Die Gegner sind natürlich auch nicht unthätig. Gegen den walachischen Vorstand und den Rabbiner ist eine scharf geschriebene Brochure in rumänischer Sprache erschienen, gegen welche von dem walachifchen Vorstande eine Widerlegung erschien, worauf die österreichischen Inden, welche die Vorkämpfer des Fortschrittes sind, die Antwort nicht schuldig blieben. Die'Polemik hat damit ihr Ende noch nicht erreicht. Auch sonst wurde in deutscher und hebräischer Sprache gegen Malbim geschrieben und gedruckt. Das in Folge seiner Umtriebe gewählte Schulkomits ist von der Regierung nicht bestätigt worden. Die erste Brochure führt den Titel: ״Der Fortschritt und die Reaktion." Bald nach dem Erscheinen derselben schrieb der Vorsteher der sefardischen Gemeinde, Hilel B. Manoach an die Redaktion der Nationalzeitung eine Verwahrung, worin hervorgehoben wird, daß die in der Brochure der Indengemeinde gemachten Vorwürfe nur die polnische, nicht aber die sefardische Gemeinde treffen. Frankfurt a. M., 10. Februar. Dieser Tage wurde hier ausgegebeu: ״Zwölfter Bericht des israel. Frauen-Vereines in Frankfurt am Main. Jahr 1859." Dr. J o st , der verdienstvolle Vorsteher dieses Vereines , beginnt seinen Bericht mit folgenden Worten: ״Ein verhängnißvolles Jahr ist an unserm Gesichtskreise vorübergezo.״ gen, das dreizehnte unserer Wirksamkeit, welche in ihrer geräuschlosen Abgeschiedenheit von den herben Prüfungen des Vaterlandes nicht unberührt blieb. Es ist nunmehr zurückgelegt, Dank dem gnadenreichen Lenker des Alls, dessen Huld von dem deutschen Volke die drohenden Gefahren abgewendet, und zugleich die friedlichen Staaten der Menschenliebe beschützt und beschirmt hat, so daß die Stürme der Zeit nicht allzuhart sie trafen. Wie trübte sich unser Blick,- als ein verheerender Krieg nahe an den Grenzen unseres Vaterlandes zu wüthen begann, als seine Blitze verderbliche Flammen schleuderten, wackere Männer und treffliche Menschenwerke niederschmetternd, als blutige Kämpfe mit ihren Schrecknissen auch diesseits jede Betriebsamkeit lähmten, und Angst und Sorge bis in die stillen Hütten sich verbreitete! Was durfte die Armuth hoffen, wenn der allgemeine Wohlstand erschüttert war in seinen Grundfesten, wenn die thätige Liebe, gewohnt mit voller Hand zu spenden , seufzend das Auge abwönden mußte? Was die Pfleger der hilflosen Jugend, welche sich dem frommen Dienste widmen, zwischen Gebern und Empfängern zu stehen, um beide zu erfreuen! Auch uns wurden ernste Besorgnisse nicht gespart, aber wir verloren nicht das

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