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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 135

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 135 (sequence 31)
Language
German
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— 135 — in Nwhilew gm Dniester war es, wo Er bei einem Israeliten, Namens Aschkenafi abgchiegen, denselben einer Einladung zum Thee würdigte, sich am nächsten Morgen die Glieder dev Familie Vörstetten, und der Hausfrau als Zeichen der Gnade ein Paar Ohrgehänge überreichen ließ. Wie es bei großen Gemeinden nicht anders zu erwarten ist, so zerfällt auch die Odeffaer Gemeinde in drei Hauptfaktoren: 1. Die aufgeklärte Partei, L. die Orthydoren, 3. die Chasstdäer. Die Letzter» zerfallen ebenfalls in mehrere Theile; ein großer Theil desselben find Bekenner des N"2N , dann die sogenannten Sowranier Chasstdäer, Verehrer des Moses Söwranier und dessen Bruders, genannt der Rabbiner von Bender. Alle obgenanuten Chasstdäer find tributpflichtig, wann schon nicht an den Zadik selbst, doch an seine Nachkommen. Bemerkenswerth ist, daß der größere Theil derselben nicht ganz isolirt und abgeschlossen von den andern Parteien stehet. Der schlagendste. Beweis ist, daß mehrere von ihnen Sitze im neuen Tempel haben. I» unserem Rabbiner, Hrn. Heilpern, besitzen wir einen ansgezeichneten Thalmndisten, dessen Launen zu verschiedenen Spaltungen zwischen den Parteien Anlaß geben. So z. B. widersetzt er sich mit alter Energie der Vollziebung der Trauung im Innern des neuen Tempels, während er in anderen Synagogen nicht nur dies gestattet, sondern immer selbst dabei fnngirt. Schließlich Witt ich noch der hier lebenden Karaiten erwähnen. Diese zahlen nahe an 400 Familien, und leben größtentheils abgeschlossen von den übrigen rabbanitischen Glaubensgenossen, mit Ausnahme der Handelstreibem den, welche »olens volens durch das Interesse zu freundlichen Begehungen mit den übrigen Juden gezwungen find. y׳ Ende Jänner. Auf der Fahrt von Oderberg nach Olmütz hatte ich vor einigen Jahren das Vergnügen, mit den Deputirten zu reisen, welche von Päpa entsendet wurden, um die Vokation des Rabb. Malbim in Kempen nach Päpa vorzubereiten und einzuleiten. Da die Orthodoren Rabbinen Malbim als einen Mann gepriesen hatten, der ein großer Thalmudist ist, und durch seine anderweitigen Kenntnisse alle neueren Rabbinen beschämt, Waren die. Herren voll froher Hoffnungen nach Kempen gezogen. Sie zogen unverrichteter Sache zurück, denn, sagten sie, ״der Mann ist ja nicht im Staude, ein ordentliches Wort zn sprechen." Dieser Heros aus Kempen ist nun vor längerer- Zeit hieher berufen worden. Die hiesige jüdische Gemeinde mit nngefahr 10,000 Seelen besteht ans: vier Korporationen : der walachischen, öfterreichischen, preußischen und russischen Gemeinde. Die Westmächte und Italien sind hiev durch keine jüdischen Unterthanen repräsontirt. Wenn znfättrg aus den eben genannten Landern Juden h-ieherkommen, Halten sie sich, wie ich höre, zu dm Sefardim, deren Seelenzahl sich ungefähr ans 2500 Seelen beläuft, und die zu den übrigem Körperschaften in keinerlei Verbindung stehen. Den Vorsichern der walachischen Gemeinden ist es nun gelungen, die übrigen Köcherschäften, mit Ausnahme, der; sefardischen,.zn vereinigen , und bei denselben die Anerkennung Malbiims als Oberrabbiner durchznsetzen, indem denselben vorge-

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