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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 131 (sequence 27)
Language
German
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— 181 — oder '״״'־: Sfflef? Von Dr. Gman. Hecht- Lehrer Ln Hoppstädten. (Schluß*). Mir wist es indessen bedünken, daß mehr theologische als pädagogische Bedenken den Religionsbüchern den Fehdehandschuh znwerfeu. Man glaubt nämlich, daß der systematische Religionsunterricht den reflektirenden Verstand, das rationelle Element auf Kosten des Herzens zu sehr fördere, und steht in der Bibelkunde das Mittel zur Erzielung einer größer» Gläubigkeit und Gottergebenheit. Hierauf erwidere ich, daß dies Bedenken mit den Lehrbüchern in keiner Verbindung stehe, da der betreffende Unterricht ja auch nach orthodoxen Schriften und nach einer Methode ertheilt werden könne, wobei jede Reflexion ferne gehalten wird, daß ferner rationelle Lehrbücher auch gemüthliche Anwendungen, Einwirkungen auf das Herz Ledingen und Hervorrufen, und daß endlich die Uebnng des Denkens nicht in den Hintergrund zu treten hat, obgleich ste nimmer zur kalten Verstandes- Übung herabstnken darf. Die rationelle Behandlung verschließt nicht die Herzen der Liebe und Begeisterung für das Höhere, nein! ste gibt ihnen vielmehr einen neuen Sporn zum pflichtgemäßen frommen Handeln, und ist eine kräftige Schntzwehr gegen dir Verführung und den Abfall. Die katechetische Unterredung, welche in Folge des Gebrauches eines Lehrbuches eintritt, hat den Vortheil, daß ste den Schüler einleuchtend macht, das Judenthum enthalte nichts, als was von einer richtig geleiteten Vernunft für wahr und gut angesehen werden müsse; auch das Herz wird leichter in's Interesse gezogen, wenn der Verpflichtungsgruud nebst dem, daß er als ein Gebot Gottes erscheint, auch noch durch die eigene Vernunft und das eigene Gewissen ausgesprochen wird. Nur durch das Streben, die Zöglinge vom blinden Glauben und trägen Nachbeter: abzuziehen, und sie anzuleiten, Alles, so weit es ihre Geisteskräfte gestatten, selbst zu prüfen, wird das Gebäude der Religion und' Sittlichkeit auf um so festere und unwandelbare Basis gegründet,, daß ste weder innere noch äußere Feinde erschüttern können; die religiöse Erkenntniß wird dann nicht gleich einer wurzellosen Pflanze, die jedem Stoße des ihr zusetzenden Windes weicht, und vor demselben entwurzelt, verwelken muß. Nur im Mangel an relig. Denkübungen ist der Grund der leider noch gar zu sehr in Israel verbreiteten Werkheiligkeit zu suchen, was auszuMren hier jedoch zu weit führen dürfte. (Man vergl. noch meine vor einigen Jahren im Steiu'schen Volkslehrer" erschienenen Aufsatz: ״Progresston Md Stillstand" und die Vorrede zu meinem Religionsbuche : ״Das Judenthum.)" Wir wissen übrigens wol, daß die Elemente der Religion nicht blos im Verstände lie- (* S. 1. H., S. 2. H. <aff.״ C8D

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