Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Herr erbarmt sich, denn er liebet, Selbst die, die er im Zorn betrübet. Und Arme in des Herzens Nöthen Mit stolzem Fuße zu zertreten, Und frech das Menschenrecht zu beugen, Und prahlend seine Laster zeigen, Und Männer vor Gericht bedrücken, D'rauf sollte Gott mit Ruhe blicken? Und wer bestehlt, und es geschehet, Wo nicht vom Herrn Befehl ergehet? Nicht käme auS des Höchsten Munde, Des Lebens Glück, des Todes Wunde? Was klagt der Mensch so lang' er lebet, So lang' er selbst nach Laster strebet? — O laßt uns prüfen unser Handeln, Und fromm in Gottes Wegen wandeln, Laßt uns das Herz auf unfern Händen Hinauf zum Himmelsvater wenden! Ja! unsre Laster, unsre Sünde» Sie konnten keine Schonung finden. Du straftest im gerechten Grimme Und hörtest nicht des Mitleids Stimme; Zogst um Dich dichte Wolkenringe, Daß kein Gebet mehr zu Dir dringe. — Die Wasser über's Haupt mir stiegen, Schon dacht' ich, ich müßt' unterliegen; Da Hab' ich mich zu Gott gewendet, Vom Kerker Bitten ihm gesendet: O, höre gnädig du mein Klagen I O, steh' mein Elend, steh' mein Zagen! Sei nah', wen» meine Seele klaget, Und sprich: Mein Volk sei nnverzaget. O, kämpfe du Herr meine Kriege, Und hilf, daß ich nicht unterliege! Wie sie mir Unrecht thun, o schaue, Da ich mein Recht Dir anvertraue. Sieh' ihre Wuth, die Schadenfreude, Ob meinem großen, herben Leide! Den Geist, den bösen — Herr! zerrütte, Auf ihn nur deine Plagen schütte,