Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 129 — Verderbte mich am ganzen Leibe, Daß nichts ein Glied gesund mir bleibe. Hat Wälle , wider mich errichtet, Sankt' Leiden, Gift, das mich vernichtet. Hat mich mit Todesgran'n Umgeben Als wär' ich längst nicht mehr am Leben; Umzäumt mich, läßt mich gar nicht regen Läßt schwere Fesseln um mich legen; Und richte ich an ihn mein Flehen, So hört er nicht, läßt's nicht geschehen; Umzäumt mit Quader meine Wege, Und krümmet alle meine Stege. So wie der Leu im Waldesdickicht Ist mir der Herr, erbarmet sich nicht, Zerwühlet meine Wege alle, Zerfleischt mich, daß ich elend falle. Er spannt den Bogen, ach ich fühle, Er stellt mich dem Geschoß zum Ziele. Wie seine Pfeile mich bezwingen! Sie alle ein in's Jnn're dringen...... O, daß du Herr doch daran denkest, Wie sehr du mich in Gram versenkest! — Ich will nun hoffen, nimmer klagen, Will dieses meinem Herzen sagen: ״Ist gnädig uns doch Gott geblieben, Da wir nicht gänzlich anfgerieben. Neu zeigt sich uns an jedem Morgen Sein göttlich Walten, himmlisch Sorgen." D'rum spricht mein Geist: mein ganz Vertrauen Ist in dem Herrn einst Heil zu schauen, Er schützet, die ans ihn nur bauen, Mit ganzer Seele ihm vertrauen. Ja, gut ist's, daß man hoffe schweigend, Vor Gottes Rathschluß fromm sich beugend Gut ist's dem Mann, und hohe Tugend Geduldig leiden in der Jugend, Und einsam sitzen ohne Klagen, Da Er es auferlegt zum Tragen, Dem Schläger noch die Wang' zu reichen, Selbst schmachgesättigt nicht zu weichen; Denn Gott verläßt dich nicht auf immer Stets bleibt dir noch ein Hoffnungsschimmer.