Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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113 an demselben einführten, aber doch in jüdischer, edler Weise. ES war ein Volksfest; die Töchter des Landes führten, ihre Tänze in den Weingärten auf; die Schönen׳ priesen ihre Schönheit, andere ihre Abkunst, die Häßlichen appellirten an die Frömmigkeit der Brautwerber. Zurückgekehrt in Palästina, in dessen Umgebnngen. die Adonisfeier erst am Tisch« fiel, schien es paffender, .auch diese Brautwerberei dahin zu vertagen. Dazu gab der Versöhnungstag paffende Anknüpfungspunkte. Ohnehin war er als Freudentag der Tempelweihe (siehe Rap. ערך מלין unter אשכולות) der Nation in Erinnerung. Er galt ferner noch als Tag der geistigen Verlobung Gottes mit dem Volke durch die zweiten Gesetztafeln (!ביום חתונתם זו כדר). Endlich aber fand um die Herbstzeit noch der bekannte Zungfernraub statt, durch den der Stamm Benjamin vom Untergange gerettet wurde (Nicht 21, 19. wo ZN wie überall, wo es ohne weitere Determination stehet, das Herbstfest bezeichnet; warum der Thalmud, darunter den 15. Ab verstehet, wird man leicht begreifen). So trat endlich der 15. Ab ganz zurück, der Versöhnungstag nahm seine Stelle ein, und schon die Emoraim können sich nicht mehr erklären, wie vormals der 15. Ab mit dem יוה״כ, von dem sie es natürlich finden, in dieser Rücksicht gleichgestellt werden konnte (siehe Thalmud Ende von Taanith). Es ist begreiflich, daß man am ידרג zur Warnung vor gesetzwidriger Verlobung dem versammelten Volke die Verordnung wegen verbotener Grade vorlas — ein Grund hiefür, der plausibler als der von Abnderham oder von Tos. zu Meg. 31. gegebene gefunden werden dürfte. Der Versöhnnngstag scheint den fröhlichen Charakter noch lange behalten zn haben. Wie Plutarch die ganze Festfeier sammt den darauffolgenden überschwenglich lustigen Lanberhüttentagen mit dem Adonisfeste geradezu identifiziren konnte (Symp. 4.) ist also begreiflich. Wie sich das Dogma der Erpiation weiter entwickelt hat, und der יום הרק mit der כתיבה und der noch mystischem חתימה zum ״furchtbaren Tag" geworden, ist bekannt. Mancher Pijut schildert später den Gerichtstag nach dem in seiner Zeit üblich gewesenen judiziellen Vorgehen, wie man in dem dem R. Ammon zugeschriebenen ונתנה תוקף, alle bei O. Wigand (Geschickte te