Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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112 — meinen Bibelkommentar zu Dt. 15, 1., wo מקץ שבע שנים aus demselben Gesichtspunkte erklärt wird, da die Ansprache nach Dt. 1, 3. am Schebat geschah). Ganz in den dogmatischen und mysteriösen Charakter ist das Versöhnungsfest übergegangen. Nur knüpfte man noch lange die historische Erinnerung an die Salomonische Tempelweihe und an die zweiten Gesetztafeln daran. Zur Zeit der Tempelweihe ward der. Tag ganz übergangen, wie schon im Thalmud (stehe Jalk. zu 1. B. K. 4, 1.) bemerkt wird, nnd auch in Neh. 5. vermißt man dessen Erwähnung. Henlzutage ist nur noch die Vorlesung von den zur Ehe verbotenen Graden (ס׳עריוח) die letzte Spur, daß dieser Tag einst eine noch andere Bedeutung hatte. Um dies zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die Art, wie bei andern vorderasiatischen Völkern die düstere und heitere Seite des Herbstes gefeiert wurde. In Phönizien, wie in den meisten heidnischen Kreisen, fand ein Tranerfest um den besiegten Sommergott Adonis statt, dem bald darauf zur Verstnnlichung der srendigern Seite des Herbstes ein Fest der ausgelassensten und zügellosesten Lust folgte. In Babilonien fand dieselbe Feier, aber wolg einer kt im Tamuz (was ebenfalls Adonis heißt), also viel früher statt. Es wurde um den Thamuz geweint, wie ans Ez. 8, 14. hervorgehet, und zwar wie einige Forscher meinen, weil die versengende Hitze um diese. Zeit die Felder verödet. Aus Gründen, die in ein anderes Gebiet gehören, ist festgestellt, daß 30 Tage nach der Tamuztrauer, also gegen Mitte des Ab, das Freudenfest statt hatte. Bei diesem Feste aber soll zugleich die bekannte Sitte stattgefunden haben, sämmtliche Jungfrauen gegen Morgengabe feilzubieten, und mit dem Erlöse für die Schönen die Häßlichen auszustatten. So war der 15. Ab das allgemeine Verlobungsfest sämmtlicher Jungfrauen in Babilon. Die Inden des Alterthums lernten, wie die Profeten bezeugen, die ganze Adonisfeier kennen, und fanden in ihren eigenen Festen genug Vergleichungspunkte. Sie nahmen daher, wie einst auch ihre Francn in götzendienerischer Weise den Thamuz beweinten (Ez. 8.), auch den 15. Ab insoferne an, als sie die allgemeine Verlobung der Jungfrauen