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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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lang, Sühne und Ansgleichung; es regt sich die Sehnsucht nach dem Ewigen und Unwandelbaren, je näher das Bild der Vergänglichkeit und Hinfälligkeit den Sinnen gerückt ist. Nun hat aber der Herbst auch seine freundliche und heitere Seite. Die Verheißungen, die der Frühling durch seinen Blüthenschmnck gegeben, ist in Erfüllung gegangen. Frei von Sorge und von Arbeit darf der Mensch sich und seinem bessern Selbst leben; vom Dienste der Feldarbeit auf kurze Zeit befreit, mit dem dankbaren Bewußtsein der angenehmsten Gaben GotteS, öffnet das Herz sich der Freude, und die Kinder der Lust treten, aller Fesseln bar, an's Tageslicht. Diese doppelte, natürliche Bedeutung des Herbstfestes> trat ihrer eruftern Seite nach zuerst gegen die national-geschichtliche, später gegen die dogmatische und misterienhaste, die dann allein die Prävalenz erhielten, in den Hintergrund. Im Ritus denten nur noch die Thora-Vorlesungen des יה״כ und!ר״ר darauf zurück. Am Renjahrstage werden nämlich zumeist Bilder klagender Mütter wie Rachel und Hagar, die ihre Kinder suchen und vermissen, der Eeres der Griechen gleich, aufgerollt, oder auch der freudigen Mütter, denen nach langem Sehnen erst in späten Tagen, da sonst die Hoffnung schon zu Ende gehet, ihr heißester Wunsch in Erfüllung gegangen. ״Der Herr hat die Völkerfürstin (Sara) wie die Fürstin Erde, in des Lebens Herbste noch bedacht^׳, sagt der Midrasch. In national-geschichtlicher Beziehung knüpft jedoch der erste Tischri an den Nissan, der in dieser Rücksicht des Jahres Anfang und Beginn ist (2. B. M. 12, 1.) wieder an. Der Tischri ist der heilige, weil siebente Mond; denn, wie der siebente Tag (שבוז) und die siebente Woche von der Eröffnung der Ernte gezählt (שבועות), so ist der siebente Monat und das siebente Jahr (!שממו), und das Jahr nach siebenmal sieben Iahren (יובל) eine Zeit der Erinnerung an die große Stunde der Freiheit, da auch den Sklaven, wie einst der Nation, die Erlösung wird, so daß alle Feste ein זכר ליצאת מצרים werden. Am Tischri ward daher auch das große Erlaßjahr, die Schmitta eröffnet, wie aus 3. B. M. 25, 9. besonders aber ibid. v. 21. hervorgehet, da man sonst keinen Vorrath für drei Jahre bedurft hätte (Siehe

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