Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 110 — Periserie vordem die ganze Natur, später die Menschheit, sodan'n die GlanbensgeNoffenschast, nnd endlich blos ein Ausschuß der Gläubigen oft nur ein einziges Individuum gehört. Denn die tiefste, innerlichste und dunkelste Werkstätte des menschlichen Gemüthes duldet nicht leicht eine Gemeinschaft, sie eignet jedem einzeln, und hier ist der Punkt, wo jebc Religion individuell und ausschließlich-subjektiv aber auch die Prävalenz über alle andern Beziehungen erhält, und sich wieder ihre räthselhaften Symbole schafft. Das Wort הג selber bedeutet Taumel und Trunkenheit vergl. Ps. 107, 27. vielleicht mich wie Raschi meint Jes. 19, 17. Ursprünglich ward dieser Name jedem, selbst heidnischem Feste gegeben, theils, weil sich das Volk dem Freudentaumel ergab, theils auch von den mysteriösen Gebräuchen, die dabei obwalteten. Das Laubhüttenfest heißt חג par excellence, wie man das Wochenfest in ähnlicher Weise עצרת nennt. Der Grund dieser Benennung ist wol darin zu suchen, daß es zu den unmittelbar vorangegangeneu mehr düstern Festen einen Gegensatz bot. Denn die Herbstfeste im Tischri haben mehr als alle andern die oben bezeichneten Phasen dnrchgemacht, ׳worüber wir noch schließlich einige Andeutungen zu geben haben. Die Naturerscheinungen des Herbstes haben eine doppelte Färbung — eine düstere und eine heitere Seile. Die Abnahme der Tagesdaüer und der Wärme, die feierliche Stille, die allste-! mach in Feld und Flur einzieht, das Verenden und Verröcheln,׳ das Versiegen und Verrieseln der Kräfte, weckt den Gedanken, daß ein Zeitabschnitt von uns scheidet (Man vergl.'die oben citirte Thakmndstelle in Aboda Sara, wo der Ochs, dessen HörNer früher als die Klauen wachsen, leicht zu deuten ist). Selbst das deutsche Wort Jahr vom altdeutschen Ar Ernte soll darauf hindeuten, in welchem Zeitpunkte man sich bet germanischen Völkern die צאת השנה dachte. Aber das Bild der sterbenden Natur mahnt an die eigene Vergänglichkeit. ,,Wie bald zerreißt die Silberschnur, zerschmettert der goldene Eimer, und stürzt der Krug in den Brunnen." Mit diesem Gedanken verknüpft sich der an die menschliche Ohnmacht und Schwäche- Unvollkommenheit und Fehlbarkeit; es erwacht das Bedürfniß nach Versöhnung und VeriNiti-