Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 106 — in einem Wechsel der zu Grunde gelegenen Ideen. Man hat eS noch nicht scharf genug hervorgehoben, in wie ferne Kultus und Ritus auch die ErscheinnngsformM der meligiösen MküM« $M>. Hier, wie überall, schuf sich der Inhalt wol seine Form, manifestirte sich die Idee in einem Symbol. Aber auch hier, wie überall, durchdringen Symbol und Bedeutung, Gedanke und Ausdruck einander der Art, daß schwer zu entscheiden ist, wer der Urheber, wer das Produkt in manchen Fällen sei. Wie rin gesprochenes Wort, ein gegebenes Zeichen, ein Tritt in den Webestuhl der Jdeenassoziation, tausend Fäden anregt, und neue Gedanken weckt; so erwuchs oft erst aus dem festgestsllten Ritus eine neue Be-׳ deutung des Festes, die sich der ursprünglichen organisch anschloß. Wie leicht man daher einseitig urtheilen kann, wenn man alle im Kultus vorkommende Formen auf eine Grundidee zurückführt, ist unschwer einzusehen, und Beispiele für der Art Mißgriffe wird man in Bähr's Symbolik des mosaischen Kultus nicht lange zu suchen haben. In der Bedeutung, welche jedoch die jüdischen Feste im Laufe der Leiten angenommen haben, läßt sich ׳im Allgemei- ,neu folgender Entwicklungsgang wahrnehmen: a) Alle jüdischen Feste sind in ihrer ursprünglichen Anlage זמנים oder מועדים, d. h. die im Kreisläufe gleichmäßig wiederkehrender Naturerscheinungen, durch verschiedene Stellung der Erde zur Sonne, durch die Gegensätze in der Thier- und Pflanzenwelt wie in der Beleuchtung und Evwärinung der Erdgürtel markirten Zeitpunkte, welche der Mensch als Mitglied der Natur mit Dank für den Schöpfer und Ordner derselben begrüßt. Zugleich wird durch die Feier derselben die der Jahresfrist angemessene Beschäftigung, und besonders die Feldarbeit der Menschen religiös ge- ׳weihet und eröffnet. Das Wort 01« ומןt זמן anordnen, bestimmen kommt in dieser Bedeutung erst in der spätem Literatur vors etwa Dan. 7, 25 das erste Mal. Dahin kann jedoch der Ausdruck in der Tefilla מקדש יעוד׳ 1הזמי nicht mit Bestimmtheit gezählt werden. Denn in dieser Stelle kann das Wort והזמנים blos;ein avis au lccteur sein, den יום חג פלוני hinzu zu fügen, was ׳dann von Abschreibern mißverstanden und in den Tert aufgenom- Men wurde.