Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 105 — Vermuthungen über die Geschichte der jüd. Feste. Ein Fragment von S. S;;U116.*) I. Die Behauptung, daß die jüdischen Feste ihre Geschichte haben, bedarf früher der nähern Bestimmung, als des Beweises. Wohl gibt man zu, daß die Feier derselben nicht zu allen Zeiten dieselbe gewesen, und selbst jene Partei, welche das Prinzip der Unveränderlichkeit in Glaubenssachen dahin mißverstehet, aller geschichtlichen Untersuchung zu entsagen, muß doch zugeben, daß die Wallfahrten (ורגלים, die Ansammlung der männlichen Landesbevölkerung in der Hauptstadt und der Opferkultus den Festen eine Fistognomie aufdrücken mußten, die ste nach der Zerstörung, da ״man mit Lippen die Opferstiere ersetzte" nicht mehr hatten. Wenn sich Meinungen geltend machen, es hätte der Opferkultus auch noch einige Zeit nach der Zerstörung gewährt, so zeigt dies nur ein Bestreben, auch hier dem historischen Gesetze zu genügen, und den vermittelnden Uebergang zwischen Zeit und Zeit zu suchen, obgleich der gewaltsame Bruch mit der Vergangenheit sattsam erklärt ist. Wie endlich die Begehung der Feste in der Liturgie verschiedenen -Wandlungen unterworfen war, ist in Zunz's neuester Schrift (die Ritus n. s. w.) ausführlich zu lesen. Allein man sucht alle diese Veränderungen in äußern Momenten, nicht auch *) Der folgende Beitrag gibt sich von vorne hinein als ein Frag« me nt dem Inhalte wie der Form nach, d. h. er ist weder erschöpfend in den Umrissen, noch werden die einzelnen, hier aufgestellten Behauptungen der nähern Ausführung »nd der weitern Belege entbehren können. All' das sagt man nach jonrualistischem Brauch freilich weit kürzer erst hinten darein durch das herkömmliche Gelübde — ״die Fortsetzung folgt". — der Verfasser zog jedoch eine Formel vor, die weniger dem promissorischen Eide gleicht, ohne der Hoffnnng zu entsagen, dieses, wie noch manches andere Thema, dem B. CH. dereinst auf seinen Rnndgang mitzngeben (zur Freude aller Leser d. Bl. Red.) und wollte hiedurch nur vorläufig den Freunden dieser Blätter, deren meisten er kaum erst sein ,,Ille ego qui qnondam“ etc. zn erponiren braucht, einen literarischen Gruß entbieten. «,» Cbu. m. mo 7