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Ben Chananja · 1860-01-01 · 2 (1860) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
2 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 93 (sequence 41)
Language
German
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— 93 — Resultat bei diesem Bewandniß erzielt werden kann, muß Jeder einsehen. Bei der Rundschau in Warasdin müssen wir demnach unfern Vorwurf gegen die Agramer Gemeinde zurücknehmen, da Warasdin ihr die Apologie bietet. Agram kann ja mit vollem Rechte sprechen: was habt ihr Warasdiner mehr mit eurem Rabbiner, und wenn er auch fleißig predigt? Ist das Gemeindewesen deshalb besser bestellt, die Wischen Institutionen besser besorgt? - Den einzigen Lichtpunkt, den man jetzt in Warasdin gewahrt, und an dem alle Hoffnungen, daß es besser werde, stch knüpfen, ist der Bau einer neuen Synagoge, die schon unter Dach steht, und Ende des nächsten Sommers eingeweiht werden soll. Ein prachtvolles Gebäude, auf einem schönen, paffenden Orte, das an Höhe mit alten Kirchen der Stadt rivalifirt. Die Geschichte dieses Tempelbaues müßte manches Interessante zum Nutzen und Frommen anderer Gemeinden bieten; denn es ist nicht weniger als 18 Jahre, seitdem der Beschluß eine neue Synagoge zu bauen, gefaßt, und in dieser Zeit auch mancher ernster Schritt dazu gethan wurde, und dennoch konnte der Bau erst im vergangenen Sommer in Angriff genommen werden, so viele Widerwärtigkeiten stellten sich immer der Ausführung entgegen; die Gemeinde hatte, um zu dieser Schule (Gotteshaus) zu gelangen, viele Schulen durchzumachen. Zur Ehre der Gemeinde muß man aber sagen, daß nicht eines der Hemmnisse in ihrer Mitte das Tageslicht erblickt habe, nicht da seine Geburtsstätte war, und selten sind die Steine eines neuen Gotteshauses, in welchem doch gewiß manche Reformen Eingang finden werden, so friedlich aneinander gefügt worden als da. Alle Schattirungen fühlen sich gehoben in dem Gedanken: eine neue Synagoge ersteht, und legen bereitwillig große Opfer auf den Altar des Herrn. Die Frauen übernehmen die innere Ausschmückung, die jungen Männer die Kosten einer Orgel, und wenn ich recht nnterrichtet bin, auch aus eine gewisse Zeit die Erhaltung eines Organisten; dabei noch mehrere Einzelne, die sich durch besondere Spenden auszeichnen Die Qpsersreudigkeit, die man da in allen Schichten gewahrt, legt Zeugniß ab, daß der Bau wirklich zur Ehre Gottes, zur Ehre der Religion geschieht; wollen wir hoffen, daß der gute Geist, der da jetzt wehet, und Alle für ein Heiligthum Gottes begeistert, sich auch ferner erhalten, und die Gemeinde anspornen werde, zu gehen Fünfkirchen. Am 4. Jänner a. c. wurde die hiesige neubegründete k. k. israel. Muster-Hauptschule durch den hochwohlgebornen Herrn k. k. Statt- Haltereirath und Komitats-Vorstand v. Szalay, in Gegenwart der weltlichen und geistlichen Notabilitäten der Stadt, des gesammten Vorstandes und der einzelnen Glieder der Gemeinde auf solenne Weise eröffnet. Der von Seite der israel. Dorstehung mit beträchtlichem Kostenaufwande eben so finnig als kunstvoll mit ortsgemäßen Porträts und Drappirungen elegant dekorirte Festsaal bot ein höchst interessantes Bild znsammenwirkender Opferfreudigkeit, und berechtigt djese, sowie der selbst in den niedrigsten Schichten der Gesellschaft stch immer mehr kundgebende Erkenntnißsinn zu den erfreulichsten Hoffnungen auf ein sicheres Gedeihen dieser, für das Oedenburger Ver-

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