Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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92 — 57 fl. Dabei betheiligten sich der Direktor dieser Anstalt: Hr. Michael Perl, mit 10 fl., Hr. Isidor Frachtenberg mit 8 fl., die Gebrüder R. und M. Ebermann mit je 5 fl., Hr. Lasar Karmin mit 5 fl., Hr. Oseas Landman mit 5 fl., der Lehrkörper mit 6 fl. und andere Herren mit kleinern Beträgen. Möge ihnen Gottes reichster Segen zu Theil werden! Die Absingung der Volkshymne beschloß diese herzerhebende Feier. Mögen sich so lange ähnliche Akte wiederholen, als es arme, hilfsbedürftige Kinder geben wird. S. Demant. ß. Avad, im Jänner. Am 29. v. M. hat der hiesige israel. Unterstützungs-Verein für Gewerbe und Ackerbau seine sechste General-Versammlung abgehalten. Der vorliegende gedruckte Bericht beweist, daß der Verein eine sehr gedeihliche Wirksamkeit entfaltet. Die Zahl der unter dem Schutze des Vereines stehenden Handwerkslehrlinge betrug in diesem Jahre 100, von denen 23 freigesprochen wurden und fünf in die freiwilligen Hnsaren-Regimenter traten. Der Fond des Vereines ist in diesem Jahre von 6460 fl. auf 6336 fl. angewachsen. Der einzige Uebelstand, worüber noch Klage geführt wird, ist der unregelmäßige Schulbesuch der Lehrlinge. Möge es dem Ausschüsse recht bald gelingen, auch diesen Uebelstand zu beseitigen. Der Geist der hiesigen Gemeinde bürgt dafür, daß die Theilnahme für den Verein nicht erschlaffen wird. — Unser verdienstvoller Gemeinde-Sekretär Rosenberg gründet ein Jahrbuch für die israel. Gemeinden Ungarns und seiner vormaligen Nebenländer. Aus Kroatien. (Fortsetzung.*) Da es im Agramer Kreise außer der kleinen und jungen Gem. Karlstadt keine Gem. mehr gibt, so wenden wir uns nach dem andern Kreise, wo wir vorerst in der Komitatsstadt Warasdin ein wenig verweilen wollen. Die dortige Gemeinde zu Anfang dieses Jahrhunderts erst als solche konstituirt, zählt jetzt in Altem kaum mehr als 120 Familien. Wer diese Gemeinde vor zwölf Jahren, wo sie bedeutend kleiner und unbemittelter war, gekannt, und sie heute besucht, der würde staunen über die Rückschritte, die das jüd. Gemeindewesen in einer Zeit, in welcher ״Fortschritt" die Parole des Tages ist, daselbst gemacht. Damals konnte sich die Gemeinde einer guten Schule, eines geregelten Gottesdienstes rühmen, ein Jugendverein wirkte wohl-׳ thätig, nicht blos den Armen aus seiner materiellen Noth zu reißen und Kinder mittelloser Eltern einem ehrenvollen Berufe entgegen zu führen, sondern auch durch anziehende Vorträge, die von den dortigen gebildeten Männern alfabetisch, innerhalb dieses Kreises gehalten wurden, den Geist zu bilden. Und heute? kein Jugendverein, kein geregelter Gottesdienst, keine Schule; alle jüd. Kinder besuchen die christ-kalhol. Schulen, und nur ein jüdischer Lehrer ist da, der in den Zeitabschnitzeln, die in der christlichen Schule abfallen, sämmtliche Kinder, klein und groß, Knaben und Mädchen im Hebräischen, mit Ausnahme des Religions-Unterrichtes, den der Rabb. selbst ertheilt, unterrichten soll. Welches *) S. vor. Jahrg. S. 574.