Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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nung fordern, ja nicht einmal erlauben, findet darin ihre Auflösung, daß der Zögling nicht die Gründe dieser Ordnung, wozu eigentlich Filososte erfordert würde, zu lernen habe. Die wissenschaftliche Darstellung einer Lehre weicht von der populären nicht darin ab, wie viele wähnen, daß in letzterer alles System fehlt, sondern darin, daß hier die Erkenntnisse blos in einer systematischen Ordnung mitgetheilt, dort aber zugleich ihre Gründe bis zum höchsten und letzten, dem Prinzipe, und die Gesetze in ihrer Ordnung nachgewiesen werden. Da die systematische Ordnung den Gang des menschlichen Geistes, die Gesetze der Vernunft und die Natur der mitzutheilenden Lehren streng im Auge behält, so liegt es am Tage, daß sich der Lehrling auf diesem Wege weit eher als in der entgegengesetzten Richtung seinem Ziele nähern müsse (Siehe Winter's Katechetik, Seite 68, 232, 234.). Sodann fehlt dem heiligen Buche die Leichtfaßlichkeit und Kindlichkeit der Materien, es enthält nicht den blos bildenden und regelnden Stoff für's Geistes- und Seelenleben der Kinder, noch ist in ihr eine stufenmäßige Sonderung des Stoffes vollzogen. Bei keinem sonstigen Lehrfache durfte es uns in den Sinn kommen, ein, den verschiedenartigsten Inhalt in buntem Untereinander behandelndes Buch irgend einem Unterrichtszweige zu Grunde zu legen; Lehrer und Schulbehörden prüfen mit größter Rigorosität den Pädagogischen Gehalt eines einzuführenden Schulbuches, warum sollte gerade nun die methodische Rücksicht für das Lehrbuch der Religion wegfallen können, ja müssen? Wir verkennen durchaus die unübertrefflichen Eigenthümlichkeiten der heil. Schrift nicht, aber gerade für Kinder ist ihre Schönheit nicht vorhanden (man beurtheile den Eindruck, den das Lesen eines Kapitels aus der Bibel und das eines denselben Inhalt gebenden Erzählung aus einer guten biblischen Geschichte bei den Kindern hervorruft) und fehlt ihr wegen Mangels einer übersichtlichen und faßlichen Darstellung der Stützpunkt im Gedächtnisse. Fürchtet man noch immer die Neuheit der Sache? Aber ist die Abfassung systematischer Religionswerke denn so neu im Judenthume? Abgesehen von dem in Fragen nnd Antworten abgefaßlen Lekach Tobh, hat nicht auch das Mittelalter von Saadiah Gaon an und fort systematische Religionsschriften, wenn auch nicht für den eigentlichen Schnlgebrauch abzufassen für gut gefunden? Warum sollte jetzt, da Alles mehr eine logische Richtung genommen, die summarische Zusammenstellung der Religions-Wahrheiten vom Uebel sein? Und sollten die Mädchen, die bis jetzt so selten zum Bibelunterrichte beigezogen wurden, in Hinsicht auf Religion leer ausgehen, oder mit dem Unterrichte über Nidah, Chalah, Hadlokath Hauer abgefunden werden? Die von Hrn. Szanto auf's Neue empfohlene alte Religions-Unterrichts-Methode würde uns beim Mangel jener unsere Urmütter zu gotteöfürchtigen Mustergestalten erziehenden häuslichen und gesellschastlichen Elementen, nur ein dummes, gottentfremdetes, egoistisches Frauenschlecht erziehen. Aber auch die Knaben würden nur höchst dürftige unklare Religionsbegriffe erhalten, schon der immer größer werdenden Schwierigkeit des hebräischen Unterrichtes und des geringen Zeitmaßes wegen, der auf denselben verwendet werden kann. Es dürste nur einigen Schulen und in diesen nicht