Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 80 — Aboth diesen Männern und einem Theile ihrer Nachfolger zugeschriebenen Gnomen und mit den effäischen Lehrern, und unter sich im vollen Einklänge zu bringen strebt — jedenfalls nach den jüngst aufgekomnienen Ansichten von dem Lapidarstyle jener Gnomen, worin manMerall Anspielungen auf besondere geschichtl. Thatsachen und Zustände wahrzunehmen vorgibt, beachtenswerth*), — so vermögen wir doch nicht, uns von der Wahrheit eines solchen Pragmatismus zu überzeugen, da die Alten auch nicht eine Spur davon erblicken, vielmehr alle die Gnomen zusammenstellen, als Ausflüsse der reinen Ethik der rechtgläubigen Lehrer, was sie gewiß nicht gethan hätten, wenn darin ein Widerspruch gegen Simon und Antigonus gegeben wäre. Es liegt in der Natur derjenigen wissenschaftlichen Richtung, in welcher ich mich bewege, daß ich mich nicht entschließen kann, der umständlichen Entfaltung, welche Hr. Fr. mit wirklich bewundernswerter Umsicht gibt, zu folgen, um nachzuweisen, weßhalb ich derselben nicht beistimmen kann. Wir gehen in der ganzen Grundlage des Studiums auseinander. Ich nehme die Quelle wie sie sich gibt, nnd suche nur dann das Wesen einer Anspielung (wie z. B. bei בלע□ הרשע) da, wo diese klar zu erkennen ist. V ermuthungen lassen sich so viele aufstellen, daß am Ende die Quellen selbst getrübt werden. Was soll zuletzt ans der G eschi ch te werden, wenn man eigene unbegründete Ansichten als stehende Voraussetzung geltend machen will? Wir geben übrigens gerne zu, daß solche Geistesspiele ihren Werth haben, insoferne sie dem Scharfsinn eine angenehme Beschäftigung geben, welcher innerlich manches Körnlein darin findet, das wieder neue Früchte bringen mag. Von dieser Seite betrachtet, wäre es wol wünschenswert, daß Hr. Fr. seine Abhandlung über den vorliegenden Gegenstand veröffentlichte. vr. I. M. Jost. 63. Die Achillesferse im Thalmud. In den Pirke de-Rabbi Nathan werden in einer Schilderung des Menschen als Mikrokosmos die Fersen mit dein Todesengel parallelisirt. Unwillkürlich wird man an die Achillesferse erinnert. Die Mythe von der Achillesferse erklärt sich am einfachsten aus dem Umstande, daß sich der sonst unverletzbare, d. i. starke nnd muthige Achilles, von der Liebe zn Polyrena verblendet, in den Tempel des thyabräischen Apollon locken ließ, wo er von Paris erlegt wurde (Serv. in Aen. 6, 57.). Seine eigenen Fersen hatten ihn dem Tod in die Arme getragen! Verwandt ist der Spruch: Die Füsse des Menschen leisten Bürgschaft für ihn, sie tragen ihn an den Ort, wo er sein Ende finden soll Sukka 53. a. s. Bertinoro Ab. 3, 16. Aus diesem Grunde entsprechen in der eingangserwähnten Stelle die Fersen dem Engel des Todes, vr. Z i p se r. *) Hr. Fr. hat die Güte gehabt, uns schriftlich die Entwickelung seiner Ansicht in voller Ausführlichkeit mitzutheilen.