Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 76 — deS zugleich die Würde der Schule und die der Gemeinde zu heben. Als er sich daher 1857 in Rücksicht auf sein vorgerücktes, Alter vom Schulvorstande zurückzog, drückte ihm der Lehrkörper in einer Dankadresse seine Gefühle ans (W. Mitth. Nr. 46), und der Gemeindevorstand richtete folgendes Schreiben an ihn! ״Ew. Wohlgeboren! Der gefertigte Vorstand hat mit vielem Bedauern vernommen, daß Ihr vorgerücktes Alter Sie veranlaßt, Ihre Stelle als Direktor unserer Lehranstalt, der Sie während vieler Jahre so würdig vorgestanden, niederzulegen. Wenn Sie nun schon den Lohn für Ihr eifervolles Wirken in dem Bewußtsein finden, die gute Sache gefördert zu haben; so werden doch die Verdienste, die Sie sich um das Bestehen dieser Anstalt erworben, auch von unserer Gemeinde stets dankbar anerkannt werden. Möge Sie der Allmächtige zum Nutzen und Frommen Ihrer Nebenmenschcn noch lange Zeit in Gesundheit und Wohlergehen erhalten, und wollen Sie den Ansdruck unserer vollkommenen Hochachtung und Ehrerbietung genehmigen." Die Auszählung der medizinischen Abhandlungen Horschetzky's überlassen wir einem Fachmanne. Dieselben haben seinen Ruf in weiten Kreisen verbreitet; 1845 wurde er von der k. ung. Gesellschaft der Aerzte zum korrespondirenden Mitgliede ernannt. Die Neigung zu jüd.-geschichtl. Studien wurde in ihm schon während seiner Studienzeit in Prag von Ignaz Jeiteles angeregt. Josefus Flavins war sein Lieblings-Schriftsteller; er übersetzte das 1., 11., 12., 13. und 14. Buch, und einen Theil des zweiten Buches, und fügte Anmerkungen, meist geografischen und archäologischen Inhaltes, hinzu*). Neben der Uebersetznng des Josefus beschästigte ihn längere Zeit die Ausarbeitung einer Geografie von Palästina, die aber unvollendet blieb. Die ״Allgem. Ztg. des Indenthums" der Orient, und der ״B. CH." haben Arbeiten aus seiner Feder gebracht. Der Realisirung seines Aufrufes zur Gründüng eines Ackerbau-Vereines (in der Ofner Zeitung) waren die Umstände nicht günstig. An der Gründung des Handwerker-Vereines (1841) hat er sich thätig betheiligel. Ueberhaupt gehörte anhaltender Fleiß zu seinen hervorragenden Tugenden. Und wie er als Gatte, Familienvater und Arzt zu den glücklicheren Sterblichen gehörte, so war es ihm auch gegönnt, seine literärische Thätigkeit, die für ihn eine Lieblingsbeschäftigung war, bis kurz vor seinem *) Die Verdienstlichkeit dieser seiner Arbeit ist gewürdigt im L. B. des Orientes (S, SO.), der ״Allgem. Ztg. des Zudenthums" und dem ״Wanderer" (1851).