Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 60 — von selbst. Der Sinn der ganzen Darstellung liegt nunmehr sonnenklar vor Augen: Im ersten Jahre des Darms, an der Grenze der 70 Jahre, welche Jeremias als Juda's Leidenszeit bezeichnet hatte, im Monate Thammns, welcher in den Herzen frommer Patrioten die schmerzlichsten Erinnerungen weckte, erfleht Danicl die Wiederherstellung des Tempels. Darauf wird ihm die Verheißung: ״Nach siebenzig Wochen wird deine Bitte erfüllt werden!" Dies geschieht wirklich, denn nach Verlauf von siebenzig Wochen, d. i. gegen Ende Kislev des zweiten Dariusjahres wird der Grund zum Tempel gelegt! Der Termin wird in Wochen ausgedrückt, weil die Faktoren der Zahl 70, 7 und 10, im mosaischen Kultus bedeutsam sind, weil die 70 Zahl durch manche Begebenheit und Institution der Vorzeit, wie durch die 70 Seelen der in Egypten einwandernden Familie Jakob's, die 70 Palmen in Elim, die 70 Aeltesten und die Summe der an Zahl abnehmenden Opfer des Laubhüttenfestes *) verherrlicht erscheint, und weil die 70 Wochen eine Art Parallele bieten zu den 70 Jahren des Jeremias, deren Schluß sie bilden. An eine Emendation des masioretischeu Tertes, die seit Michaelis zu wiederholten Malen empfohlen wurde, ist fortan nicht zu denken. Denn gerade nur von 70 Wochen, und zwar nur von Tageswochen, kann in der vielgedeuteten Weissagung die Rede sein; nur im Lichte dieser Auffassung wird Alles klar und verständlich. 7. Wichtigkeit der Tempelgründung. Einem Einwurfe haben wir jedoch zu begegnen. Der Tempel wurde nämlich erst im sechsten Jahre des Darins, am 3. Adar, vollendet (Esra 6, 15.). Im zweiten Jahre ward bloö der Anfang zur Fortsetzung des Tempelbaues gemacht, welcher schon unter Cyrus versucht, aber unterbrochen worden war (Das. 3, 8—13. 4, 5.). Wie kann nun auf diesen, wenn auch noch so *) Welche der fruchtbare Haggadist R. Elarar b. Pedath mit de» 70 Völkern der »losaischen Völkertafel (1 M. 10, 2—29) in Zusammenhang bringt, indem er dieselben als Sühnopfer für alle Völker der Erde betrachtet (Sukka SS, d.).