Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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— 38 — Wöchentlich viermal: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag Abends von 4*4 bis 5 % Nhr im Verständniß der Profeten mit Benützung der hebräischen Sprachgesetze von den Herren F. Manheimer und I. Reich in zwei gesonderten Klaffen unterwiesen, wofür diese Herren ein besonderes Honorar aus der Gemeindekaffe beziehen. Diese ״hebräische Korrepetition" ist für unanflösbar von der Gemeinde ausgesprochen. ״Worte bewegen." Der wiederholte Tadel durch Wort und Schrift hat es bewirkt, daß die meisten jüdischen Eltern, die ihre Kinder in die Misfionsschule geschickt, dieselben der Normal-Hauptschule zugeführt; dadurch mußten an derselben drei Parallelklassen: zwei für die Vorbereitung und eine für die zweite Klaffe errichtet werden. Nebst der Miethe für ein zweites Schullokal honorirt die Gemeinde zwei neu angestellte Lehrer für die Vorbereitnngsklassen ä 600 fl. österr. W., während, sie dem N. Lehrkörper für dessen Betheiligung am Unterrichte in der zweiten Parallelklasse eben so viel stipulirt. Erwägt man, daß das jährl. Schulregie-Budget der hiesigen Gemeinde um mehr als 4000 fl. gewachsen, so verdient diese Opferwilligkeit seitens unserer Gemeinde-Vertretung vollkommen gewürdigt zu werden. Hrn. I. Reich ist auf seinen Vorschlag, wobei er die Subskription mit 10 fl. eröffnete, einen Verein zur Verbreitung guter, jüdischer Jugendschriften unter dem Redaktions-KomitS: Löw, Meisel, Zipser zu gründen, von der Gemeinde ein Anerkennungsschreiben zngekommen, mit der Aufforderung, die Vereinsstatuten auszuarbeiten. Diese von ihm angefertigte Arbeit hat die Gemeinde bereits vor mehreren Wochen dem Oberrabb. vr. Meisel überwiesen. Hr. I. Großmann ist zum ordentlichen Mitgliede des ungarischen Naturforscher-Vereines ernannt. Am 20. d. hielt er im Vereinssaale einen gediegenen Vortrag über die von ihm konstruirten, sehr zweckmäßigen Gasbehälter. Ein ungenannt sein wollender, hiesiger christlicher Kaffeesieder überwies der Gemeinde-Verwaltung 100 fl. österr. W. zur Vertheilung an jüd. Arme. Wien, am 21. Dezember. Die Szäntü'sche Mädchen-Erziehungs-Austatt in Wien hat vom hohen k. k. Unterrrchts-Ministerium die Bewilligung erhalten, einen zweijährigen Kursus zur Heranbildung jüdischer Lehrerinnen und Gouvernanten zu eröffnen. Die bezügliche Urkunde betont es anerkennend, daß die genannte Anstalt bisher nur tüchtige Lehrkräfte verwendet habe, und verleihet ihr somit den Charakter einer Musteranstalt, welche auch dem jünger» Nachwuchse der Lehrerschaft zum Vorbilde dienen kann. So ehrenvoll und schmeichelhaft eine solche, selbst öffentlichen Anstalten nur selten widerfahrende Konzession für ein aus Privatmitteln sich erhaltendes Institut sein mag, so entbehrt die Kreirung einer Präparandie für Lehramtskandidatiunen gewiß auch nicht eines, allgemeinen Interesses. Zunächst bestand bisher in Oesterreich kein einziges derartiges Institut für weibliche Lehrindividuen jüd. Glaubens — und doch wird man gewiß den Einfluß der Gouvernanten auf die Heranbildung der jüngern Generation mindestens nicht geringer als den der Hofmeister und Lehrer anrechnen können. Wer tiefer diesem in das Wesen der Erziehung, in die