Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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- 36 — unseres hochwürdigen Schulrathes Vr. Johann v. Greschner, den eifrigen Förderer des Schulwesens wußte er ihn zu fleißigen Visitationen der Schule zu bewegen. Hr. Götzel veranstaltete aus eigenem Antriebe Gemeindeberathungen, wobei er mit feuriger Freimüthigkeit dem anzustrebenden Palladium das Wort sprach, verfaßte als Gemeindenotär die betreffenden Eingaben und Fassionen. Die Gemeinde, nun einstimmig erglüht für die gute Sache, trat wolgewappnet mit andern bedeutenden Gemeinden wie Groß-Kanischa, Päpa, Raab, Bonyhäd u. A. i׳!l die Schranken, und wenn auch hie und da mancher Antagonist, der im Falle der Verwirklichung des angeregten Projektes sich der von Jugend auf angewöhnten Despotie über Schule und Lehrer beeinträchtigt sah, den bisher günstigen Sachverlauf imt ein volles Jahr verzögerte, so daß die gerechtesten Besorgnisse die Herzen beschlichen, — die Gerechtigkeit brach sich doch Bahn und die hiesige Gemeinde besitzt eine jener heilbringenden Anstalten, die vom Staate zum bleibenden Wohle der hiesigen und der gesummten Judenheit des Distriktes erhalten wird. Nun ist es jedoch an der hiesigen Gemeinde durch opferfreudiges Eingehen in die diese Schule betreffenden hohen Verordnungen dieser Auszeichnung würdig zu werden, und zum Entgelt dafür ihre Liebe, Treue und Anhänglichkeit an das glorreiche Kaiserhaus durch Wort und That in jeder nur immer möglichen Weise zu bethätigen. Für die hiesige k. k. ifrael. Musterhauptschule sind folgende Lehrkräfte vom Ministerium für Kultus und Unterricht ernannt: Hr. Elias Porges aus Hohenems, Hr. Sigmund Kohn aus Liptü-St.-Miklüs, Hr. Seligmann aus Szegedin, Hr. Goldschmied aus Temesvar, zwei Jndustrielehrerinnen und der Gefertigte. G u t t m a n n. Anghväv, io. Dezember. Die von mir im Julihefte als bevorstehend bezeichnete Eröffnung der hiesigen israel. Volksschule ist am 15. v. M. unter üblichem Zeremonielle auch wirklich erfolgt. Nach vorhergegangenen angstvollen Gebnrtswehen hat endlich das Kind das Licht der Welt erblickt, das mindestens nach dem Zeugnisse der anwesenden Geburtshelfer künftige Lebensfähigkeit besitzt. Wie soll es aber heißen? Sollen wir's als ״Schule" ader als ״Cheder" begrüßen? Dies ist die schwere Frage, deren Lösung anderswo wol viele Schwierigkeiten gemacht hätte. Bei der in unserer Gemeinde herrschenden, von mir bereits uach Gebühr hervorgehobenen Toleranz war leicht eine Auskunft getroffen: das Kind erhält zwei Namen! Der Duplizität des Namens entspricht auch die Duplizität des Lehrerpersouals. An der jungen Anstalt wirken nämlich zwei geprüfte Lehrer, Stern uud Peisner, und drei nicht geprüfte Melamdim. Letztere unterrichten nach dem Schluffe der ordentlichen Schulstunden als Aus- Hilfslehrer. Präses der aus sieben Mitgliedern bestehenden Schulkommisston ist Hr. Markus Brody, der zwar wenig Fachmann im Schulwesen ist. sich aber einer großen Popularität erfreut, welche auf vielfach bekuudetem Gemeinstnne beruht. Möge der Himmel dem Institute, dessen Erhaltung uns so große Opfer kostet, das beste Gedeihen schenken! Adolf Braun.