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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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— 34 — Alters, vermöge ihrer Stellung einer solchen Wohlthat nicht theilhaftig werden können, oder ihrer nicht zu bedürfen wähnen! Wir könnten ihnen zurufen: ״Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt"; wir wollen aber nicht rechten, sondern unser Vorhaben den Lehrern Ungarns empfehlen. Leider ist der geschätzte B. CH. noch nicht so allgemein verbreitet, daß er allen Lehrern, auch denen auf dem Lande zuginge, was wol auch Ursache sein mag, daß die Bildung dieses Vereines nur geringe Theilnahme findet. Die Bekanntmachung wäre jedoch leicht zu ermöglichen, wenn die Herren Lehrer in der Stadt ihre Kollegen und Freunde auf dem Lande brieflich unterrichteten und zu freundlichem Beitritte aufforderten. Von dem Vorstande und dem Lehrpersonale der israel. Primärschule wird dem Vereine nächstens eine nahmhaste Summe zugehen*). Heinrich Burbaum. Fünfkircherr, Ende November. Cs sind nun fünf Jahre verflossen, daß Hr. Salomou Götzel, nunmehriger Religionslehrer an der k. k. ist׳ Musterhauptschule zu Temesvar, hieher als Lehrer und Kantor berufen wurde'. Als tüchtiger Schulmann trat er in seinen neuen Wirkungskreis. Die hiesige Schule bot in ihrem damaligen Zustande ein trauriges Spiegelbild Israels. Ihr Gründer, Friede. Mannheimer, mußte, ein Märtyrer seiner bessern Ideen, als Opfer der Gemeindezersplitterungen den Ort verlassen. Durch steten Lehrerwechsel fand die Sucht nach Privatschulen ihre Nahrung; diese wucherten hier wie Wasserschosse am Herzen der Schule, entzogen ihr die Lebenskraft und führten den gänzlichen Verfall der kaum sich entwickelten circa 50 Zög- Linge zählenden Anstalt 'immer näher und näher. — In demselben traurigen Zustande laborirte auch der Gottesdienst. War auch einerseits durch den früher» Kantor Kornitzer, andererseits in Folge öfterer Berührung mit der Landeshauptstadt bei Vielen der Sinn für einen zeitgemäß geregelten Choral-Gottesdienst bereits geweckt, so bedurfte es doch eines plötzlichen Ruckes sich aus dem lieblichen in Fleisch und Blut übergegangenen Herkömmlichen herauszuwinden. Der ehemalige Rabbiner Löw, ein ehrwürdiger Nestor aus der alten Schule, jeder Neuerung abhold, beschränkte seine rabbinische Thätigkeit aus mögliche Konservirung des Bestehenden, und schon darum blieb es nach wie vor beim Alten. Zur radikalen Bekämpfung dieser heterogenen Elemente war ein reformatorisches, energievolles Eingreifen erforderlich. Es sollte nun ein neuer, wohlthuender Lebenshauch die Gemeinde-Institutionen durchwehen. Das Cheder- Unwesen sollte vom Grunde ausgejätet und der Schule ein Ehrenstand in der Gemeinde verschafft werden. Hr. G. unterzog sich dieser äußerst schwierigen Aufgabe mit rastlosem Fleiße und glücklichem Erfolge. Die räumlich ssehr enge Schule zählte damals drei Klaffen, von welcher Hr. G. zwei, Hr. Ro- Red. *) Ich bitte, mir hierüber ausführlich zu berichten.

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