Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 31 denn hier Skandal? Dieser Begriff setzt irgend eine geheime, aber leicht anszudeckende Böswilligkeit voraus. Wer hat je Anlaß gehabt, mich solcher Gesinnttng zu zeihen? Und noch dazu Ware hier auch nicht der Schatten eines Grundes zu einem Angriffe auf eine mir ganz fremde Angelegenheit; es wäre eine vollendete teuflische Bosheit! Nun, diese wird man mir doch wol nicht andichten! Man will meine Sa Ly re unbeachtet lassen! Wo ist denn in meiner Beurtheilung eine Spur von Satyre! Vielleicht meine Bemerkung zu אפלת und Wahrheit? Nun, es gibt keine ärgere Satyre als die einfache Wahrheit zur Satyre zu machen! Ich kann nicht umhin anzuerkennen, daß die Gegner, welche sich solche Aeußernngen erlauben, auf ihrem Standpunkte vollkommen berechtigt sind, für die Rede gegen meine Beurtheilung in die Schranken zn treten! Und als Menschenfreund wünsche ich vom ganzen Herzen, daß sie eine recht zahlreiche Genossenschaft erwerben, damit der edle Zweck der Herausgabe möglichst vollständig erreicht werde. Für sie hat ja auch die Rede ihren eigentliehen Zweck erfüllt; sie sind von ihr begeistert, und auf Zuhörer dieses Standpunktes war sie berechnet. Man muß daher dem Redner auch Menschenkenntniß zugestehen, um so mehr, als sich mit Sicherheit annehmen läßt, daß er selbst die Richtigkeit unseres Nrtheils nicht in Abrede stellen würde. Eine gewisse Pastoral-Klugheit ist auch nicht zu verachten. Vielleicht bezweckte sogar die Herausgabe der Predigt, der Welt zu zeigen, auf welcher Bildungsstufe ein Theil der Pesther Gemeinde gegenwärtig stehe. Die Fortgeschrittenen werden dieß nicht mißbilligen, in der Erwartung, daß demnächst andere Reden von echtem Kaliber hervortreten und der Welt. offenbaren werden, daß es in Pesth Leute gibt, die edlere Früchte verdauen! — Mindestens, erinnere ich mich mit wahrer Genugthuung, schon im Jahre 1833 in Wien7und Baden fünf oder sechs Hausväter aus Pesth kennen gelernt zu haben, welche schon damals eine Bildungsstufe erreicht hatten, für welche die Antrittsrede nicht geschaffen sein konnte. Hat seit jener Zeit deren Zahl sich vermehrt oder vermindert? Ich weiß es nicht, vermuthe aber das Erstere. Nun, seiner Zeit werden Sie auch Gediegenes zu hören bekommen. Wie gesagt, ich erkenne den Gegnern meiner Beurtheilung nicht nur, wie jedem Andern das Recht zu, in der ״Allgem. Ztg. des Judenthums" oder wo sonst mit aller Schärfe gegen dieselbe zu schreiben, sondern halte es insbesondere für eine Pflicht ihres Berufes, ihren Standpunkt gehörig in Schutz zn nehmen. Kann dies nicht ohne grobe Persönlichkeiten geschehen — meinetwegen! Vermuthlich lasse ich Ihnen das letzte Wort, denn umstimmen werde ich sie nicht, und Leser von Sachkenntniß werden sie schwerlich überzeugen. Das aber steht fest, daß meine Wirksamkeit davon gar nicht berührt werden wird, weil ich es meinerseits für den Beruf eines jeden Stimmfähigen