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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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— 24 ReCigionsßiidjer oder lediglich Mel? Von Dr. Gli.anuel Hecht, Lehrer in Hoppstädten. Der geistreiche Instituts-Vorsteher Szäntü har im Wertheimer'schen Jahrbuche pro 1858 einen heftigen Feldzug gegen den Gebrauch der Religionsbücher in jüd. Schulen unternommen, die alleinige Verwendung der Bibel befürwortet uns dafür nicht nur den Beifall eines Rezensenten in Frankl's Monatsschrift, sondern auch an den Herren Wolf in Wien und. Jeiteles in Arad (Siehe B. CH. 1859) treue Bundesgenossen erhalten. Auch Hr. Rabb, vr. Hirsch in Frankfurt a. M. soll schon früher in seinem Jeschnrum gleichfalls den systematischen. Religionsunterricht perhorrescirt haben, und ist dieser Unterricht in der That aus dem Lehrplane seiner Unterrichts-Anstalt gestrichen. Lehrte nun nicht eine tägliche Erfahrung, daß die bewährteste Sache durch geschickte Bekämpfung an Werth und Wichtigkeit Einbuße erleiden, ihren Halt und.Stützpunkt verlieren, und jede Bekämpfung einer Sache Schwachköpfe wankelmüthig machen könne; gäbe es ferner nicht noch viele Gemeinden, die aus Scheu vor dem Neuern sich noch immer nicht mit dem Religionsunterrichte befreunden können, und wären nicht gegenwärtig viele Schulen in neuer Organisation begriffen, wobei diej Ansicht über den Werth und Unwerth einer Schuldisziplin von maßgebender praktischer Bedeutung ist: ich würde kein Wort über den fraglichen Gegenstand weiter verlieren. Bei dem Anklange, der gedachten Ansicht geworden, bei dem Polsterkissen, das eine Unterschätzung gedachter Disziplin für alle jene Lehrer, denen die katechetische Lehrweise schwer wird, abgeben könnte; bei dem unberechenbaren Nachtheil, den selbst eine Schwächung der Ansicht über die Wichtigkeit des Katechismus-Unterrichtes, von dem nachgerade der Bestand der jüdischen Religion bei uns zum großen Theile abhängt, nach sich ziehen dürfte, halte ich eine Erörterung obiger Frage für dringend geboten. Ich glaube nun: a) aus einem historischen, b) aus einem pädagogischen, c) aus einem psychologischen und d) aus einem theologischen Grunde den Nachweis liefern zu können, daß die ausschließliche Verwendung der Bibel als Religionsbuch für die Schuljugend ein unheilvoller Mißgriff sei. Vor Allem ist bei Beurtheilung des fraglichen Gegenstandes an das Horaz'sche: ״Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen" zu denken. Die Juden der Gegenwart sind nicht mehr die der Vergangenheit, die Lehrmittel und die Lehrweisen, die nach den Anforderungen einer jeden Didaktik das Individuum und dessen Verhältnisse zu berücksichtigen haben, können darum auch nicht mehr die alten sein.

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