Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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— 22 — anthut, verfällt in die Strafe einer llbru nur61 und des doppelten WertheS des ihnen Entwendeten. Die Urkunde beweist, daß die Israeliten in Deutschland,, in den früheren Zeiten in besseren Verhältnissen standen, als späterhin, Grundeigenthüme§ wären, und nach eigener Verfassung in den Städten lebten. Aehnliche Urkunden gibt es vom Kaiser Friedrich dem Zweiten vom Jahre 1237, und vom Kaiser Rudolf vom Jahre 1277, welche Mittermaier *anführt. 23. Derselbe Kaiser schützt die verfolgten Inden 1097. Woblthätig war für die deutschen Juden die Rückkunft des Kaisers Heinrich IV. aus Italien, wo er sieben Jahre geweilt hatte. Ihm war Kunde geworden Von dem, was die wehrlosen Israeliten 1096 von den grausamen, beute- und blutgierigen Verfolgern erduldet hatten. ״Daß Niemand, bei schwerer und leiblicher Zucht, den Juden hinderlich sei, zu leben nach ihren Satzungen und was ihnen-die Thora gebeut": war sein strenger Wille, der öffentlich bekannt gemacht wurde. 24. Das Heil Israels Ln Süddeutschland ein Gegenstand des Landfriedens 1265. Zn dem Landfrieden, den der Erzbischof Wernher von Mainz, die Grafen von Eppenstein, von Willnow, von Hagenau und von Falkenstnn am 6. Mai 1265 mit den wetterauischen Städten Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen abgeschlossen, haben sie festgesetzt: ״Da einige zügellose Men- ״schen in den Städten gegen die Befehle Gottes wider die Juden aufstän- ״den, die doch von der heiligen Kirche zum Gedächtniß geduldet werden, und ״indem sie auch dem Reiche nicht gehorchen, zu dessen Kammerknechten die ״Juden gehörten, sie zuweilen unmenschlich und elendiglich mordeten, so sei ״festgesetzt, daß, wenn einer einen Ausstand und Kränkung gegen sie unter- ״nehme, er als öffentlicher Störer des Friedens bestraft werden sollte." 25. Süßkind von Beimbeeg. Im Jahre 1218 gibt Otto, der Domprobst zu Würzburg, seine Einwilligung, daß Magister Burkhard, Pfleger des Spitals zu den HH Aegidius und Theodorich, dem Israeliten Süßkind von Brimberg ein Stück Landes, ge- Legen am Ende des Hauses dieser milden Stiftuug, unfern des Ortes, welchen man Rigol hieß, unter der Bedingung abtreten durfte, daß Süßkind an der Rigol einen unterirdischen Kanal aus seine Kosten führe. Wahrscheinlich war dieser Süßkind von Brimberg, der berühmte Minnesänger, von 1218 bis 1225 als Arzt bei dem Leprosenspitale beschäftigt gewesen. (Fortsetzung folgt.)