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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 17

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 — derselben gibt, hält um so weniger Stich, als Alfaßi (Meg. 3) und Maimonides' (Thef. 11, 3) sich an den einfachen Wortlaut halten, und letzterer sich ausdrücklich ans das Beispiel deS Jerusalemischen Tempels beruft 8). Unser heutiger Usus beruht ans der Voraussetzung : 1. Daß die Thalmudstellen Ber. 30, a. und B. B. 25, a. sich widersprechen, und daß letztere ersterer untergeordnet werden müsse. Dieser Widerspruch verschwindet aber, sobald man den Unterschied zwischen בבנינו und בחרבנו festhält. 2. Daß R. Chanina den Babiloniern die Jerusalemische Richtung empfohlen, was aber (nach Anm. 7....) nicht der Fall ist. 3. Daß alle jüdischen Gemeinden in Europa, westlich von Jerusalem liegen. Aber auch diese Voraussetzung ist ungegründet. Im eilsten und zwölften Jahrhundert war dies in Afrika und Spanien so ziemlich der Fall. Daß aber die deutschen und polnischen Juden bei einer östlichen Gebetrichtung nach Jerusalem schauen, ist ja pure Unwahrheit! Bei unserer Richtung nach Osten können wir ungefähr Moskau aber durchaus nicht Jerusalem begegnen! Schon R. Mardechai Jafe (O. CH. Lebusch 94) hat dies gefühlt, und eine südwestliche Richtung der Synagogen empfohlen. Wir wollen diesen Punkt näher in's Auge fassen. Jerusalem liegt 31° 47' 47" n. Br. 32° 5115 ׳" ö. L. Wien liegt 48° 12' 33" n. Br. 14° 2' 22" ö. L.; Breitendifferenz: 16° 24' 46", Längendifferenz: 18° 48' 53". Wohin hätten sich mithin die Wiener Israeliten nach der herkömmlichen Auffassung der thalm. Theorie beim Gebete zu richten, nach Osten oder nach Süden? Die Frage ist nicht schwer zu beantworten: Bagdad (Babilon) liegt 33° 19' 50" n. Br. 42° 2' 15" ö. L. Breitendifferenz von Jerusalem: 14° 52' 4"; Längendiffereuz 9° 11', und die Babilonier wenden sich nach Süden. Da in Wien die Längendiffereuz größer ist, wäre für unsere Brüder in der Residenz der Osten gerettet. Aber in Königsberg, wo die Breitendifferenz von Jerusalem 19° 55' 3" und die Längendifferenz nur 13° 41' 30" beträgt, müßte ja ganz entschieden die Wendung nach Süden stattfinden! Wir können s) S. auch Chath. Sofer O. CH. Nr. 27. ««» Chan. 1. wo. 2

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