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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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— 18 — überhaupt nicht begreifen, wie man, indem man den Synagogen die Lage nach Osten gibt, von Paris bis Posen die Meinung hegen könne, daß dieselben allesammt mit ihrer Ostseite nach Jerusalem gerichtet sind! Worauf gründet sich also die ganze Misrach-Aengstlichkeit? Als die Synagogen auf freiem Felde erbaut wurden (Tos. Ber. 6, a. Nascht Sabb. 24, b. Tur O. CH. 268), konnte denselben leicht jede beliebige Lage gegeben werden. Heutzutage ist dies nur ausnahmsweise der Fall. Wenn die Halacha mißverstanden wurde, müssen es unsere Gotteshäuser büßen und entstellt werden? — Mögen gelehrte Freunde Ben Chananja's sich hierüber vernehmen lassen. Folgende Fragen empfehlen wir ihrer besonder« Aufmerksamkeit: 1. Da der jeruschalmische Unterschied zwischen בבנינו und בחרבנו auch im Bablt zu prävaliren scheint (Ber. 61, b. B. B. 25, a.), sollte derselbe nicht festzuhalten sein? 2. Widerspricht die Lage unserer Synagogen nicht der Satzung (O. CH. 94) und sollten dieselben nicht, wie die Thosiftha will, eine dem Tempel zu Jerusalem konformirte Lage erhalten? 3. Beruht die Anschauung, daß sämmtliche europäische Synagogen gegen Jerusalem gerichtet sind, nicht auf einer Illusion? 4. Ist auf den Umstand, daß wir unsere Synagogen nicht auf freiem Felde, sondern inmitten bewohnter Ortschaften bauen, keine Rücksicht zu nehmen? Endlich sollten wir nicht nur das rhalmudische שכינה בכל מקום, sondern ganz vorzüglich die biblischen Aussprüche von der Allgegenwart Gottes 9) vor Augen haben. Widerhallen ja unsere Synagogen' täglich von dem Rufe: Heilig, heilig, heilig ist der .Gott der Sternenheere; alle Welt ist voll seiner Herrlichkeit (Jesaj. 6, 3), und bekennen wir es ja freudig, daß der Ewige, unser Gott, uns nahe ist, wo immer wir ihn anrufen (5 M. 4, 7. 2 M. 20, 21. Ps. 145, 18)! 9) 1 Kön, 8, 27, Jesaj. 66, 1. Jer. 23, 23. 24. Ps. 139, 7—12.

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