Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 — a. die Richtung gegen Jerusalem aus Dan. 6, 11. deduztrt, um deren Pflichtmäßigkeit vom Bestände des Tempels unabhängig zu machen. Nichtsdestoweniger scheinen selbst manche babilonische Gesetzeslehrer im Prinzipe der palästinensischen Ansicht zu huldigen (Ber. 61, b.). Aehnliche Anordnungen ertheilt Mohamed seinen Gläubigen (Kor. Sara 2.). Dieselben sollen ihr Angesicht beim Gebete gegen den Tempel zu Mekka richten, was Kibla — Gesichtswendung genannt wird. Die Kibla wird folgendermaßen begründet: 1. Um dadurch die Gläubigen von den Ungläubigen zu unterscheiden (v. 1 8); 2. da jene, die das Gesetz halten, deine Richtung nicht annehmen, brauchst du auch die ihrige nicht anzunehmen (140). Eine ganz andere Ansicht taucht über unser» Gegenstand Baba Bathra 25, a. auf, wo für das Gebet die Richtung nach Westen gefordert wird. Und je allgemeiner seit Kaiser AugustuS die heidnische Sitte wurde, die Tempeleingänge im Westen anznbringen, und sich beim Kultus nach dem Osten zu richten, — was vielleicht mit der persischen Sonnenanbetung znsammenhängt, — desto fester klammerten sich die jüdischen Gemeinden an den alten Brauch, und brachten den Eingang in die Synagogeen an deren Ostseite an (Tosiftha Meg. 3), während die heilige Lade im Wesie» angebracht war. Hiemit hängt die thalmudische Anschauung "שכינה במערב" zusammen, was nichts Anderes sagen will, als daß die Westseite ganz vorzüglich als der Offenbarungsort der Schechina anzusehen sei, indem, der Westen des Tempels das Allerheiligste umschloß, wo die Bundeslade mit den Gesetzestafeln aufbewahrt wurde. Ueber die Stellung der Bundeslade sind die Meinungen verschieden. Kimchi und die Thosafisten weisen ihr eine mehr östliche Stellung im Allerheiligsten an (1 Kon.-8, 8. 2 Chron. 5, 9. B. Bathr. 25, a.). Aben Esra und Maimonides verlegen sie an die Westseite des Allerheiligsten (2 M. 40. B. Ha-Bachira 4, 1.). Diese Anschanung stellt sich auch als die des Thalmud heraus, wenn man die Stellen Sukka 51, b. und Sota 42, a. kombinirt. Hieraus ist der dunkle, vielerklärte Ausspruch N. Abnhu's B. Bathra 25, a. zu erläutern. Wir glauden nämlch, daß daselbst ארק יה statt אוריה zu lesen sei (S. Jos.