Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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i — 14 — blieben bei der alten Regel, und brachten den Eingang östlich, den Altar dagegen westlich an (Euseb. Histor. eccl. 10 5). In letzterer Sitte sowol als auch in der Lage der alten heidnischen Tempel erblicken wir eine Nachahmung des Salomonischen Tempels, durch welchen, wie wir bereits angedentet, die Institution der Tempel überhaupt in's Leben gerufen wurde. Hier aber können wir der Frage nicht'answeichen: Warum hatte der Salomonische Tempel, warum hatte die Mosaische Stiftshütte diese Lage? — Wahrscheinlich geschah dies antithetisch gegen die Sonnenanbeter, die stch gegen Osten wendeten, worauf auch 5 M. 4, 19. anzuspielen scheint. Die Schilderung Ezechiel's, von denen, ״die ihren Rücken gegen den Tempel des Herrn, ihr Angesicht aber gegen Morgen wendeten, und gegen Sonnenaufgang beteten (8, 16. s. Kimchi das.)" bestätiget unsere Anschauung auf die unzweideutigste Weise. II. Im Thalmud wird die Regel aufgestellt, daß der Betende sein Angesicht nach jener Weltgegend wende, wo sich Jerusalem, der Tempel, das Allerheiligste befindet (Ber. 30, a.). Diejenigen, die westlich von Jerusalem wohnen, haben sich nach Osten, die östlich wohnenden nach Westen zu wenden. Dasselbe gilt auch von den nördlich und südlich Wohnenden. Ganz Israel soll bei der Thefilla nach ' einem und demselben Punkte gewendet sein. Als Beweisstelle wird 1 Kön. 8, 48. angeführt. In diesem Sinne wird auch!תלסיור (Hohes!. 4, 4) gedeutet: Jerusalem ist selbst als Trümmerstätte der Ort, wohin sich der Mund aller Betenden wendet. Hier wird also nicht die Geschichte, sondern das nativnale Gefühl als maßgebend betrachtet. Auf den Bestand des Tempels wird in der babilonischen Gemara keine Rücksicht genommen, wol aber in der jerusalemischen. Letztere, namentlich R. Abin, fordert die Richtung gegen Jerusalem beim Gebete nur während des Tempelbestandes (Ber. 4, 8. c.). Auf diese Distinktion scheint auch die babilonische Gemara Rücksicht zu nehmen, indem sie Ber. 31, Red. s) S. Rheinwald Archäol. §. 48.