Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 stiftete eine Priesterkaste. Nach seinem Tode wnrde ihm ein prächtiges Grabmal errichtet, wohin fromme Pilger Wallfahrten machten. Das Mausoleum wurde als Aufenthalt des unter die Götter versetzten Heros betrachtet und in einem Tempel verwandelt (Diod. 1, 28. 17, 112. Strabo 14.). Eine solche Umwandlung geschah auch mit dem Grabmale des Zekrops in Athen, wie mit jenem des Akrustus zu Larissa (Clem. Aler.). Arnobius versichert, daß die alten, von Gold und Silber strotzenden Tempel, Menschengebein und Asche unter sich bergen. Prudentius sagt dasselbe in Betreff der römischen Tempel (b. Symm. 1.). Deshalb werden die Opfer der Götzen ״Todtenopfer" (זבחי מתים) genannt (Ps. 106, 28), wobei nicht an die Verehrung des Adonis (Ezech. 8, 14), sondern an die ursprüngliche Bestimmung der Götzentempel über- Haupt zu denken ist. Daß man nun bei Errichtung von Tempeln auch auf die Lage Rücksicht nahm, ist natürlich. Merkwürdiger Weise hatten׳ sie alle. gleich dem Tempel zu Jerusalem, den Eingang von Osten, während das Heiligste in der Tiefe des Tempels gegen Westen aufbewahrt wurde, so daß der Eintretende das Angesicht nach Westen wendete! Der Tempel des Vulkan, vom egyptischen Könige Astchis erbaut, hatte nach Herodot den Eingang von der Ostseite (2, 136). Der Tempel zu Memfis, durch Psammetich erbaut, wie der der syrischen Göttin hatten dieselbe Lage (Diodor. 1-). Zur Zeit des Kaisers Auguftus scheint hierin eine Veränderung geschehen zu sein: die Tempel erhielten ihren Eingang von der Westseite und Vitruv gibt dies als Regel für den Tempelbau an (äs arob. 4, 5.4). ״Die alten Bauleute", sagt Hyginus, ״berichten zwar, vaß die Tiefe der Tempel, welche zur Aufstellung der Heiligthümer bestimmt war, gegen Westen gerichtet wurde. Allein später gefiel es jeder Religion, die Lage gegen jenen Welttheil zu richten, woher die Erde beleuchtet wird (äs agr. limitib. sonst. 1.). ׳ Diese letztere Richtung haben auch die christlichen Kirchen, besonders die abendländischen, angenommen; die morgenländischen Red. 4) S. hierüber Bähr's Symb. 1, 210 ff.