Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 1 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 3 — Weg, um den wirklichen Verlauf der Begebenheiten als genaue Erfüllung der Danielischen Wochenprofezeinng nachznweisen. Noch emsiger beschäftigten sich christliche Eregeten mit der Lösung des verwickelten Zahlenräthsels. Die Emsigkeit wurde in nicht geringem Maße durch die Opposition wach erhalten, mit welcher der heidnische Neuplatoniker Porphyrius aus Tyrus im dritten Jahrhundert gegen den Profetischen Charakter der Weissagungen Daniels anfgetreten war. Den jüdischen Schriftgelehrten scheinen seine Schriften nicht bekannt geworden zu sein; die christliche Apologetik sah sich genöthigt, die Angriffe zurück zu weisen. Rückstchtlich der Wochenkannte schon der Kirchenvater Hieronymus acht verschiedene Berechnungsmethoden. Benedikt Pererius fügt zu 15 angeführten Methoden die seinige hinzu. Seit dem sechzehnten Jahrhunderte hat die Forschung einen neuen Aufschwung genommen, und im Anfänge des vorigen Jahrhunderts vertiefte sich der große Newton in den Kalkül der Danielischen Wochen. Je mehr in neuerer Zeit die von Uriel Akosta schon im siebzehnten Jahrhunderte zur Sprache gebrachte Authentiefrage ventilirt wurde, desto mehr Raum gewann die Hoffnung, daß das uralte Rechnungserempel endlich seinen Meister finden werde. Die Hoffnung wurde immer von Neuem getäuscht! Die Chronologie fuhr fort, ihr Veto einzulegen, und den scharfsinnigsten Kombinationen die Reihenfolge der historischen Thätsachen entgegen zu halten. Die neuesten Eregeten sind auch West entfernt, sich dies zu verhehlen; sie nehmen aber keinen Anstand die aus ihrer Erklärung sich ergebenden Anachronismen auf die Rechnung Aauiel's zu bringen. So beseitigt Ewald die der beglaubigten Geschichte entnommenen und seinem Kalkül widersprechenden Einwendungen mit der Bemerkung, ״man müßte zuvor beweisen, daß der Verfasser die Geschichte jener Jahrhunderte ganz genau so kannte, daß er bei Zeitrechnungen auch im Geringem nicht irren konnte (Prof. 2, 570)." Hitzig bezeichnet nach seiner Weise den Weg, den die Rechnung einzuschlagen habe, und fügt hinzu: ״Trifft dieses Weges die Rechnung nicht zu, so hat Daniel geirrt, und es handelt sich nur um den Versuch, diesen Jrrthnm zu erklären (Dan. S. 169)." Die berühmten Professoren ahnten wol schwerlich, daß sie, was 1*