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Ben Chananja · 1859-01-01 · 12 (1859) · p. Seite 576

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 576 (sequence 40)
Language
German
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- 576 — verdankt die Schule ihre Entstehung der seltenen Umficht und Intelligenz des gottseligen Bernhard Löwensohn. Die würdige Gemeinde erhält aber auch das Monument ihres unsterblichen Wohlthäters in Ehren, und beries vor einigen Jahren einen ausgezeichneten Schulmann, Hrn. A. Stern, als Rabbinen, der mit energischer Umsicht seinen Posten im weitesten Sinne des Wortes ausfüllt. — In Marzally erwirbt sich Hr. Rabb. Morgenstern, ein wackerer Fachmann und vortrefflicher Thalmudist, bedeutende Verdienste um das Schulwesen. Die Lehrkräfte des Hrn. M. Schick und L. Schwarz schließen sich ihm würdiger Weise an. Von dem Csurgüer Synagogen- und Schulzustande weiß ich nichts Näheres nützutheilen, als daß sich die Schule unter der Direktion des Hrn. Rabb. Löwi eines zeitgemäßen Fortschrittes erfreut. A. Roder. Griefe aus Böhmen*-. IV. Die Wahl des gelehrten und vielverdienten Pros.-Wesse l y zum Vertrauensmann für die Berathung des Gemeindegesetzes in Prag hat unter den Israeliten Böhmens allgemeine Befriedigung erregt. Die böhmische Hauptstadt hat durch diese Wahl anderen Kreisen ein schönes Beispiel edler Freisinnigkeit gegeben. Möge dasselbe an vielen Orten Nachahmung finden! Vor Kurzem wurde ich vom k. k. Bezirksamte aufgefordert, über die etwaigen Mängel der jüd. Matrikelführung ein Gutachten abzugeben. Da hierorts, wie an vielen Orten in Böhmen, die Matrikelführung beeideten Laien anvertraut ist, so mußte ich die noch in Kraft bestehende Instruktion von 1836 zur Hand nehmen. Ich remonstrirte gegen §. 11, nach welchem jeder Matrikelschein mit dem Vidi des katholischen Ortsseelsorgers versehen sein muß! Ihre Bemerkungen über den polit. Ehekonsens waren ein Wort zur rechten Zeit. Auch in Böhmen werden zwei Konsense gefordert, wenn die Brautleute zwei Kreisen angehöreu. Vor etwa zwei Jahren hat ein Bezirksamt einen Ehekonsens ertheilt; derselbe wurde aber vom Kreisamte annullirt. Eine Stunde vor der. Trauung kam die kreisämtliche Verfügung zur Kenntniß der versammelten Hochzeitsgäste! Die hiesige Gemeinde hat vor Kurzem einen schönen Akt von Pietät geübt. Das Grabmal des in Gott ruhenden Rabbiners Maier Löb Levit, Urgroßvaters des Redakteurs d. Bl., wurde auf meine Anregung auf eine sehr ansprechende Weise restaurirt**). Der Gottselige war von 1743 bis 1793 Rabb. der hiesigen Gemeinde. Auch die Grabsteine des gottsel. Paares Elias Barach und dessen Gattin wurden renovirt. Ersterer war als Rosch Medina sehr renommirt. Er ließ aus eigenen Mitteln bas prächtige auf Säulen ruhende Ornament der heiligen Lade in der hiesigen Synagoge errichten. Letztere verkaufte ihren Schmuck und ließ für den Ertrag eine Steinmauer um den hiesigen israelitischen Gottesacker erbauen. Wie die jüdischen Schriftsteller, so schicken sich auch die jüd. Gemeinden immer mehr an, die Verdienste der Dahingegangenen zu würdigen. Rabb. Dr. Ehrentheil. *) S. 9. H., S. 416. **) Wofür ich Ihnen und der verehrten Gemeinde meinen ergebenen Dank ausspreche. Löw.

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