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Ben Chananja · 1859-01-01 · 12 (1859) · p. Seite 574

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 574 (sequence 38)
Language
German
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— 574 — Lohn dieses Biedermannes ist sein Bewußtsein, zur Hebung des Zugenduuterrichtes so Bedeutendes beigetragen zu haben. Der schönste Erfolg begleite auch fortan sein umsichtiges und uneigennütziges Wirken! LVaitzen, im November. Bei der Installation des hiesigen kathol. Bischoss v. Peitler begrüßte denselben auch eine Deputation der hiesigen israel. Kultusgemeinde. Er unterhielt sich mit dem Schuldirektor Dr. Steiner über die israel. Volksschule und mit dem Rabbiner über andere Gegenstände. Bei der Geldvertheilung wurden auf bischöfliche Anordnung auch jüd. Arme bedacht. Als Lehrer an der dritten Klaffe wurde Hr. Ignaz Diamant angestellt^ Der so dringliche Synagogenbau wurde leider vertagt. R. Aus Kroatien, 1. November. Ihr Ben Chan, arbeitet und schmiedet fleißig, und aus seiner Esse steigen die Geistesfunken empor nach allen Richtungen, und zünden mit ihrer intensiven Kraft, ohne daß! eine Erploflott erfolgt. Daher erfreut sich das Auge einer freundlichen Helle, die sanft und milde den Gesichtskreis des Judenthums beleuchtet, und Viele, wenn auch noch in Nachtmützen und schlaftrunken, lugen doch schon etwas michterner, und Hauen verwundert über die Regsamkeit, über die Prachtstücke, die ans dieser geistigen Schmiede hervorgehen, so daß es zur Ehrensache gewordett, die Stoffe dahin zu senden, und auf diesem Ambos verarbeiten zu lassett. Und doch ist ein Ländchen der österreichischen Monarchie, ja sogar ein Nachbarland — Kroatien — in Ihrer rnhmwürdigen Werkstätte nicht vertretett. Sind dahin die kräftigen Hammerschläge Ihres B. CH. nicht gedrungen? vermögen diese es nicht zu wecken, oder ist es das Eldorado, das ganz im Sonnenschein glänzt und keines andern Sonnenblickes bedarf? Ich will die Antwort einem andern Beobachter überlassen und erlaube mir nur, wenn Sie, geehrter Hr. R. es gestatten*) einen Bericht über die jüd. Kultus-Gemeinden in Kroatien Ihrem geschätzten B. CH. zuzuschicken. Kroatien hat nicht mehr als fünf jüdische Gemeinden: Agram, Warasditt, Csakaturn, das bis zum 1848-er Jahre zu Ungarn gehörte, dann die Minintur-Gemeinden Kopreinitz und. Kreutz, im Ganzen, mit allen auf dem Lande zerstreut lebenden Juden, ungefähr 2500 Seelen. Wenden wir uns erst nach Agram, der Hauptstadt des Landes. Agram ist die einzige Gemeinde im ganzen Kreise, und mithin die zahlreichste. (Karlstadt mit 10 Familien hat sich zwar in neuerer Zeit losgelöst und gebärdet sich auch als selbstständige Gemeinde). Die Gemeinde in der Hauptstadt, die ohne die Auswärtigen über 100 Familien zählt, sollte als Musterbild der andern Gemeinden dastehen, Synagoge und Schule blühender als in den andern Orten sein, von da sollte der Impuls zur Rührigkeit ausgehen — und Agram birgt noch einen guten Kern in sich, und Vieles Schöne und Gute könnte da geschaffen werden; aber dem Körper fehlt die Seele, ein strebsamer, umsichtiger Rabbiner ist nicht da; die Gemeinde hat zwei Friedhöfe vor der Stadt, doch nicht einen rechten Frieden in ihrer Mitte: sie war wol opferwillig, ihren Rabb. wegzuschicken, ist aber nicht opferbereit, sich einen andern zu verschaffen; die Kanzel steht verwaist, die Schule vegetirt. im ganzen Sommersemester war der Vorbeter der einzige Lehrer sämmtlicher Kinder, und möchten Sie es glauben, in einer solchen großen Gemeinde ist nicht eine einzige jüdische Zeitschrift zu finden! Wo ist hingekommen der alte, jüdische Sinn, die alte, jüdische Opferwilligkeit, das alte jüdische Interesse für Alles, wys das Judenthum betrifft? Es ist noch kein Jahrzehent, da bildete Agram zwei Gemeinden, eine örthodore und eine *) Es gereicht mir zur Ehre und Freude, auch Sie der Fahne B. CH. folgen zu sehen. Red.

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