Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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— 570 — Wo Cherubim mit ihren Schwingen blitzten, Die nun verlorne Bundeslade schützten. Den Schmuck der Haare würd' ich aus mir raufen, Hinwerfen in den Staub der Trümmerhaufen, Und fluchen wild der Zeit der wandelbaren, Wo Dir Geweihte Schmach und Hohn erfahren. Kann Trank und Speise süß sein meinem Munde, Wenn deine Löwen find ein Fraß der Hunde. Wie sollen Licht und Glanz mein Auge laben, Wenn deine Adler find zerfleischt von Raben! — Ich halte inne mit dem Kelch voll Wermuth, Zu voll ist mir das Herz von bitt'rer Schwermuth. Wie herb der Trunk, wenn ich Samaria's denke, Und mich in seinen tiefen Schmerz versenke. Die Hefe aber leer' ich aus voll Schauer, Denk' ich Ierusalem's und seiner Trauer. Zion! der Schönheit Krone! Liebesfeuer Weckst du in Alter Herz, denen du theuer; Wie sie zerstreut auch sind durch alte Lande, Unlöslich sind mit Dir die Liebesbande. Die sich mit Dir in deinem Glücke freuten Und deinen Fall beweinten und bereuten, Wenn auch versprengt, gequält, gefangen, Zu deinen Thoren führt sie das Verlangen. Auf alten Bergen, Lhälern dieser Erde Vergessen hat dich nicht die irre Heerde. Sie möchten dich umarmen, Wiedersehen, Im Schatten deiner Palmen sich ergehen! Kann Patras, Schinear sich dir vergleichen? Ihr Wahn der Urim Tumin Glanz erreichen? Wen nennen die im Götzendienst Verlornen Gleich den Profeten, Sehern, Gotterkornen? O, alte Reiche wandeln und vergehen, Das deine wird in Ewigkeit bestehen; Dich hat zu seinem Throne Gott erkiesen, Heil denen, die bei dir sich niederließen. Ihr Blick wird, die da harren und vertrauen, Die Morgenröthe deines Glück's noch schauen, Dann jubeln die Erwählten im Gemüthe, Wenn du in Jugend wieder prangst und Blüte!