Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 571 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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571 Die Hebratta im ungarischen Nationalmnseum in Pejih. Auf meiner Durchreise in Pesth hatte ich Gelegenheit, die Bibliothek des ungarischen National m u se u m s zu besuchen, und fand da eine große Menge wichtiger Handschriften aufgespeichert, die die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich zu ziehen berechtigt sind. Wie mir der ehrenwerthe Kustos der Bibliothek, Hr. v. Mätray, nachwies, beläuft sich die Anzahl der Manuskripte ans viele Tausende, die aber noch wenig geordnet, und unter denen die ungarischeu und klassischen am meisten vertreten sind. Die wenigen orientalischen Handschriften habe ich sämmtlich durchgesehen, und gedenke über sie am geeigneten Orte zu reserireu, hier will ich blos das, was die Leser dieses Blattes Luteressirt, die Hebraica näher berühren. Der erste hebräische Koder behandelt die תל״יג 2/צות, ist aber unvollständig, und bricht bei Geb. 295 ab. Der Koder ist auf Pergament in Doppelkolumnen geschrieben, und enthält 346 (unpaginirte) Seiten in Kleinfolio. Der Verfasser ist nicht genannt, aber auf der Mitte der zweiten Seite ist zu lesen: ״׳IN ע״כ כהב הרב כ׳ יצהק בר יוסף ו״צל וזה כתב הר׳ שלמה בן was sich wol ans die Schreiber bezieht. Der Vers, bezieht sich oft auf dku y״DD, und nennt an verschiedenen Stellen seinen Lehrer הר' יהיאל ב״ר יוסף (z. B. zu מצור! רפ״ב). In der Vorrede heißt es, daß die Leser, falls sie das Buch nicht verstehen, es sich von einem Kundigen übersetzen lassen syllen!, und es wird hinzngefügt: ואט יצטרף לשהות איש עבור העתק המצות יחנו לו שכר ר״0 תורנייש ליום מן הקוסה וארוחה ולינה מ ן בעלי בתים כשאר ארחים• Am Rande ist von anderer Hand und in späterer Schrift Vieles dazu geschrieben. Wahrend aber am Anfänge die spätere Hand eine polnische oder deutsche ist, ist sie gegen Ende des Werkes eine schwer leserliche spanische. Fünf verschiedene Eigenthümer nennen sich auf dem Buche, der eine Reuben B. Jsak kanfte es 2׳ לר״ח אלול שנת הרע׳׳N ׳N ייס• Der zweite Koder auf Pergament in dreifachen Kolumnen geschrieben und 490 Seiten in Kleinfol. umfassend, enthält den סמ״ק und das התרומה D- Beigefügt ist auch ein.סירוש י״ג מדות שדרש ר׳ ישמעאל דל, ferner ein Verzeichniß der Bibliothek des Besitzers, Angaben der Gebnrts- und Todestage seiner Angehörigen und ein Gedicht. Ein dritter Koder auf Pergament, 902 Seiten in Fol. umfassend, enthält die תורה mit Onketos und einem mir unbekannten Kommentar, die Megilloth mit Targum und Raschi, M. Esther auch mit ת' שני und die Hastoroth mit einem Kommentar. Gleich in מראשית '£> fehlen einige Seiten. Bis נה D ist Onkelos punktirt, von da ab weiter nicht. Der vierte, elegant geschriebene, mit goldfarbigen Initialien und Ansschriften versehene und 672 Großfolio-Seiten umfassende Koder, enthält den מדרסי auf 24 מססתות , ganz besonders abgeschrieben, und vorn mit einem Inder versehen. Die Schrift ist durch das ganze Werk gleich und überall leserlich. Der Schreiber nennt sich in dem sauber ansgesührten Epigraf: ישראל בה" נר אהרן כתבתיו בשנת ג״פ״ן- Dies hat sich mir bei einer flüchtigen Durchmusterung der Bibliothek ergeben; genauere Untersuchungen dürften vielleicht andere interessante Handschriftliche Schätze entdecken. vr. Jos. Perles. 36*